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Namibia: Ausstattungshilfe der Bundeswehr
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Namibia: Ausstattungshilfe der Bundeswehr

von Rudi Friedrich

Namibia ist seit 1990 ein unabhängiger Staat, nachdem mit dem Ende der Apartheid in Südafrika die dortige Regierung die Besetzung des Mandatsgebiets beendete. Der Aufbau des namibischen Militärs erfolgte vor allem durch das britische Militär. Seit 1993 unterstützt auch die Bundeswehr Namibia im Rahmen der Ausstattungshilfe, mit der Begründung, dass es eine besondere Verantwortung von Seiten Deutschlands gegenüber Namibia aufgrund des Völkermordes 1904-1908 zur Niederschlagung des Aufstandes der Herero und Nama gebe.

Anfang der 1990er Jahre hatte Deutschland vor allem MAN-Lastwagen sowie Zubehörteile für Militärfahrzeuge geliefert. Nach den offiziellen Angaben in den Rüstungsexportberichten der Bundesregierung wurden von 2000-2009 vor allem Kleinwaffen geliefert, aber auch Produktionsanlagen zur Herstellung von Waffen sowie Zubehör für Flugzeuge. Die erste Lieferung von Produktionsanlagen erfolgte im Jahre 2000, als sich Namibia am Zweiten Kongokrieg beteiligte.

Von 1998 an setzte Namibia auch Truppen auf der Seite der Regierung der Demokratischen Republik Kongo im Zweiten Kongokrieg ein, in dem vor allem Kleinwaffen für die Verheerungen benutzt wurden. Namibia stellte keine nennenswerten Truppenkontingente, versorgte Angola und Simbabwe aber durch Waffen.

In Windhoek ist ein Team von fünf Beratern der Bundeswehr stationiert. Auf der Website der deutschen Botschaft ist zu lesen: „Die Republik Namibia wurde 1992 als Empfängerland in das Programm aufgenommen. Bisher wurden fünf Vereinbarungen mit insgesamt ca. 20 Mio. Euro abgeschlossen. Die derzeit laufende Tranche von 4 Mio. Euro endet im Dezember 2012. Schwerpunkt der Unterstützung war bis Ende 2008 die Einführung des SAP-basierten ILS (Integrated Logistic System), mit gleichzeitigem Aufbau der dazu notwendigen Infrastruktur, die Bereitstellung der notwendigen Hard- und Software, PC-Training sowie systembezogene Ausbildung von logistischem Personal der Namibian Defence Force (NDF). Das Projekt umfasste die Vernetzung aller größeren Militärstützpunkte (bis auf Btl-Ebene) in Namibia. Das Projekt wurde im September 2008 übergeben. Die Beratergruppe stellt die Nachbetreuung sicher.“

Bei der Übergabe des Logistiksystems, so die Journalistin Petronella Sibeene aus Windhoek im Mai 2006, „wurde herausgestellt, dass Logistik das Rückgrat jedes Produktionsprozesses ist. Nach Angaben des Verteidigungsministers Charles Namoloh, würden Operationen ohne logistische Unterstützung zum Stillstand kommen und Soldaten müssten bei friedenserhaltenden Missionen mit großer Wahrscheinlichkeit leiden, wenn sie nicht durch die Logistikbataillone unterstützt werden.“ Der Verteidigungsminister vergaß wohl hinzuzufügen, dass dies erst recht bei Kriegseinsätzen der Fall ist.

Quellen

Bundesministerium der Wirtschaft: Rüstungsexportberichte für die Jahre 2000-2009.

Der Fischer Weltalmanach 2001. Zahlen, Daten, Fakten

Deutsche Beratergruppe der Bundeswehr in Namibia: http://www.windhuk.diplo.de

Petronella Sibeene: Germany Helps NDF in a Step Forward. 31. Mai 2006. allAfrica.com. Wikipedia: Zweiter Kongokrieg. http://de.wikipedia.org


Rudi Friedrich: Namibia – Ausstattungshilfe der Bundeswehr. 1. November 2011. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. (Hrsg.): Broschüre "Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod", November 2011



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