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„Eine anregende und erfolgreiche Zeit“
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
„Eine anregende und erfolgreiche Zeit“

World Without War

Bereits im Frühjahr 2015 waren Gäste der südkoreanischen Gruppe World Without War bei uns zu Gast. Am 1. Dezember 2015 wurden über 8.000 Unterschriften für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung in Seoul übergeben. Im Mai und Juni 2017 konnten wir erneut einen Gast von World Without War in Deutschland begrüßen, Myungjin Moon. Untenstehend einige Berichte dazu.


Zum Weiterlesen

(12.06.2017) 
Drei Fragen an - Den Südkoreaner MOON Myungjin, der 2010 ins Gefängnis kam, weil er den Kriegsdienst verweigerte
(12.06.2017) 
Three questions for ... - South Korean MOON Myungjin, who was imprisoned after declaring his conscientious objection in 2010
(03.06.2017) 
Interview mit Myungjin Moon: Südkorea: „Wichtige Entwicklungen zur Kriegsdienstverweigerung“
(26.05.2017) 
Südkorea: Veranstaltungen mit Myungjin Moon (World Without War), Mai/Juni 2017 - Antimilitarismus und Kriegsdienstverweigerung in einem geteilten Land
(16.05.2017) 
Südkorea: Veranstaltungen mit Myungjin Moon (World Without War), Mai/Juni 2017 - Antimilitarismus und Kriegsdienstverweigerung in einem geteilten Land
(29.03.2017) 
Park Su-ji: Südkorea: Regierung veröffentlicht persönliche Daten von Kriegsdienstverweigerern
World Without War: Südkorea: Stellungnahme an das UN-Menschenrechtskommissariat - Zur Lage der Kriegsdienstverweigerer
(19.12.2016) 
Yoon Min-sik und Ock Hyun-ju: Südkorea: Kriegsdienstverweigerung wird vor dem Verfassungsgericht verhandelt
(13.12.2016) 
Ahn Young-chun: Südkorea: Menschenrechtskommission sieht Kriegsdienstverweigerung als “universales Menschenrecht”
(18.10.2016) 
Amnesty International: South Korea: Appeal court victory for conscientious objectors - Further COs in prison – Rule of Constitutional Court expected
(18.10.2016) 
Amnesty International: Südkorea: Erfolg von Kriegsdienstverweigerern beim Berufungsgericht - Weitere Verweigerer inhaftiert – Entscheidung des Verfassungsgerichts noch offen
(11.12.2015) 
Rudi Friedrich und Karin Fleischmann: Südkorea: Ein Besuch bei World Without War
(01.12.2015) 
Connection e.V. und War Resisters International: In Südkorea mehr als 8.000 Unterschriften für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung übergeben
(01.12.2015) 
Bildergalerie: In Südkorea mehr als 8.000 Unterschriften für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung übergeben
(01.12.2015) 
War Resisters‘ International and Connection e.V.: South Korea: More than 8,000 signatures presented for the human right of conscientious objection
(01.07.2015) 
Südkorea: 700 Kriegsdienstverweigerer in Haft - Kurzbeschreibung und Inhalt der Broschüre
(01.07.2015) 
Rudi Friedrich: Südkorea: Yeo-ok Yang, Myungjin Moon, Seungho Park und Yeda Lee von World Without War auf Europatour - Ein Bericht
(01.07.2015) 
Lutz Drescher: Fruchtbare Begegnungen - Besuch von World Without War (Südkorea) in Deutschland.
(05.06.2015) 
Seungho Park: "In Südkorea sind die großen Kirchen Gegner der Kriegsdienstverweigerung"
(18.05.2015) 
Yeda Lee: "Ich erhielt als südkoreanischer Verweigerer in Frankreich politisches Asyl"
(15.05.2015) 
Connection e.V.: Stoppt die Strafverfolgung südkoreanischer Kriegsdienstverweigerer! - Internationale Kampagne gestartet
(14.05.2015) 
Petition - South Korea: Conscientious Objection is not a crime
(14.05.2015) 
Unterschriftensammlung - Papierversion der Petition für südkoreanische Kriegsdienstverweigerer
(14.05.2015) 
Petition - Paper version of the petition for South Korean conscientious objectors
(13.05.2015) 
Sentenced to Life - Conscientious Objectors in South Korea - Dossier of Amnesty International
(13.05.2015) 
Verurteilt zum Leben - Kriegsdienstverweigerer in Südkorea - Dossier von Amnesty International
(02.05.2015) 
Unsere ReferentInnen - Veranstaltungsreihe: Kriegsdienstverweigerung in Südkorea
(29.04.2015) 
Yeo-ok Yang: "Südkorea ist ein hochmilitarisierter Staat" -  Zu Wehrpflicht und Kriegsdienstverweigerung
(29.04.2015) 
Myungjin Moon: "Ich erklärte 2010 meine Kriegsdienstverweigerung"
(09.04.2015) 
Südkorea/Deutschland: Erwartungen und ein erster Eindruck - Interview mit Yeo-ok Yang und Myungjin Moon, World Without War
(02.03.2015) 
Connection e.V.: Südkorea: 700 Kriegsdienstverweigerer in Haft - April bis Juni 2015 zu Besuch in Deutschland: Aktive von World Without War
(16.02.2015) 
Connection e.V., Deutsche Ostasienmission e.V. und Bildungswerk der DFG-VK Hessen: Veranstaltungsangebot: Kriegsdienstverweigerung in Südkorea - Für den Zeitraum vom 20.-29. April 2015
(26.10.2014) 
Izumi Sakurai: Südkoreanischer Kriegsdienstverweigerer beginnt in Frankreich neues Leben
(29.08.2014) 
Jungmin Choi, World Without War: Südkorea: Die Macht internationaler Solidarität
(29.08.2014) 
Jungmin Choi, World Without War: South Korea: The Power of International Solidarity
(01.06.2010) 
Kriegsdienstverweigerung in Südkorea - Broschüre mit Hintergrundbeiträgen, Stellungnahmen von Kriegsdienstverweigerern und mehr
Deutsche Ostasienmission (DOAM)
DFG-VK Bildungswerk Hessen

„Eine anregende und erfolgreiche Zeit“

Bericht von World Without War (Südkorea) zur Europatour 2015

von Seungho Park

Es war im Sommer 2014, als Aktivisten unserer Organisation World Without War (Welt ohne Krieg) nach Südafrika fuhren, um an einer internationalen Konferenz der War Resisters‘ International teilzunehmen. Am Rande diskutierten wir kurz mit Connection e.V. über die Idee einer Veranstaltungsreihe. Später ergänzte Connection e.V. dies durch einen ausführlichen Vorschlag. Wir entschieden, das Projekt anzugehen.

Zu diesem Zeitpunkt verbanden wir mit der Veranstaltungsreihe das Ziel, internationale Unterstützung für Kriegsdienstverweigerer in Südkorea zu erhalten. Wir wollten auf die Situation im Land hinweisen - auf die fehlende Möglichkeit eines alternativen Dienstes und die Gefängnisstrafen von Kriegsdienstverweigerern. Wir hofften in der in Europa lebenden Bevölkerung auf die Verfolgung von südkoreanischen Verweigerern aufmerksam machen und Druck auf die Regierung in Südkorea ausüben zu können. Darüber hinaus erwarteten wir, dass wir das Band enger knüpfen könnten, dass uns mit verschiedenen Organisationen verbindet, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten.

Wenn wir auf die dreimonatige Reise zurückblicken können wir sagen, dass es für uns alle eine sehr anregende und erfolgreiche Zeit war. Die uns gewährte Gastfreundschaft und die Unterstützung für unsere Bewegung hat uns begeistert. Am erstaunlichsten für uns war, dass die meisten Menschen in Europa nichts über die Situation in Südkorea wissen. Viele waren überrascht vom Ausmaß der Militarisierung der Gesellschaft und der Strafverfolgung der Kriegsdienstverweigerer zu hören. Sie waren geradezu schockiert darüber, dass der größte Teil der weltweit inhaftierten Kriegsdienstverweigerer in den südkoreanischen Gefängnissen sitzt.

Bemerkenswert war auch das Interesse bei PolitikerInnen. Wir hatten einige gute Treffen mit ParlamentarierInnen verschiedener Fraktionen des Deutschen Bundestages. Sie zeigten großes Interesse für unsere Situation und machten einige bedeutungsvolle, zum Teil sehr konkrete und hilfreiche Vorschläge, um unsere Bewegung zu unterstützen.

Ein sehr klares und wichtiges Zeichen aufgrund der Rundreise kam aus der deutschen Botschaft in Südkorea. Aufgrund unseres Gesprächs mit Mitgliedern der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe trat die deutsche Botschaft an uns heran, um Informationen zur Lage der Kriegsdienstverweigerer in Südkorea zu erhalten. Der Mitarbeiter der Botschaft sagte uns, dass sie Informationen zusammenstellen, um aufgrund der Anfrage des Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, Hartmut Koschyk, einen Bericht zum Thema zu erstellen.

Darüber hinaus waren für unsere Bewegung die Treffen mit zivilgesellschaftlichen Gruppen in verschiedenen Ländern sehr hilfreich. Wir konnten unser Anliegen den Mitgliedern der Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung vorstellen und neue Möglichkeiten für unsere Arbeit eröffnen.

Auch das Treffen mit dem European Network Against Arms Trade (Europäisches Netzwerk gegen Waffenhandel - ENAAT) war sehr nützlich, zumal wir ein internationales Seminar zum Thema Kriegsprofiteure und Gegenaktionen für Oktober 2015 vorbereiten. Seminar und Aktion wird zur Seoul Aerospace Defense Exhibition (Seouler Messe für Raumfahrt und Verteidigung) stattfinden. Zu erfahren, was andere in ihrer Region planen und an den Diskussionen für zukünftige Projekte und Zusammenarbeit teilzunehmen, um gegen den internationalen Waffenhandel aktiv zu werden, ist hilfreich für unsere eigene Kampagne. Und es hat uns begeistert, dass einige Ideen, die wir bei ENAAT eingebracht hatten, von anderen Aktiven bei den Aktionen gegen IDET (Internationale Fachmesse für Abwehr- und Sicherheitstechnik) umgesetzt wurden.

Während wir unterwegs waren, gab es einige bedeutsame Entwicklungen in Südkorea. Am 12. Mai 2015 entschied das Bezirksgericht Gwangju zugunsten von drei Kriegsdienstverweigerern, was eine große Kontroverse zum Thema Kriegsdienstverweigerung und Strafverfolgung nach sich zog. Am nächsten Tag veröffentlichte Amnesty International einen Bericht zum Thema, über den gerade auch wegen des Gerichtsurteils breit berichtet wurde. Dies und unsere Aktivitäten führten dazu, dass das Verfassungsgericht eine öffentliche Anhörung dazu durchführte, ob die Regelungen, die eine Strafverfolgung der Kriegsdienstverweigerer vorsehen, verfassungsgemäß sind oder nicht.

Zudem führte ein Abgeordneter der Na­tionalversammlung in Südkorea, der einen Gesetzentwurf zur Änderung des Militärdienstgesetzes einbrachte, um einen alternativen Dienst ein­zuführen, eine Veranstaltung zum Thema im Parlament durch und versprach, seinen Änderungsantrag weiter voranzubringen. Wir sind uns allerdingst nicht sicher, ob dieser Gesetzentwurf behandelt werden wird oder nicht.

Auch wenn die Rundreise wichtig war, es gibt noch ein paar Möglichkeiten zur Verbesserung. Die meisten Veranstaltungen in Deutschland waren gut vorbereitet. In anderen Ländern, wie in der Türkei, Frankreich, Großbritannien und Finnland, war es nicht so gut organisiert. Und wir hätten den Wunsch gehabt, auch dort Lobbyarbeit machen zu können. Das scheint sich in gewisser Weise daraus zu ergeben, dass die zentrale Koordinierung in Deutschland erfolgte. Aber vielleicht wäre es möglich, Gruppen in anderen Ländern sehr frühzeitig an den Planungen zu beteiligen.

Andere praktische Punkte betreffen die Übersetzung und die Länge der Rundreise. Obwohl wir überall sehr freundlich aufgenommen wurden und Gastfreundschaft genossen, waren die Aktiven am Ende der Reise doch ermüdet. Da die Englischkentnisse (oder andere Sprachkenntnisse) sehr unterschiedlich waren, war es in einigen Fällen aufgrund der Sprachbarrieren schwierig, unsere Vorträge zu halten. Das war besonders dann schwierig, wenn wir an Veranstaltungen in deutscher Sprache teilnahmen, wie bei Seminaren und Protestaktionen, und die Organisatoren versuchten, uns das Wesentliche zu übersetzen.

Nun sind wir zurück in Südkorea. Wir hoffen, dass wir mit den Organisationen, die wir während unserer Tour getroffen haben, weiter in Kontakt bleiben und dass unsere Bewegung bei zukünftigen Kampagnen von ihnen Unterstützung erhalten kann. Und wir werden einige der Vorschläge, die sich aus der Lobbyarbeit im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament ergeben haben, angehen, um Druck auf unsere Regierung auszuüben.

Sicher ist: Die Tour half uns, unsere Kampagne weiterzubringen und unsere Möglichkeiten zu erweitern. World Without War möchte einen großen Dank an all diejenigen aussprechen, die uns eingeladen und Veranstaltungen über unsere Kriegsdienstverweigerungsbewegung organisiert haben.


Seungho Park: Report. 1. Juli 2015. Übersetzung: rf. Der Beitrag erschien in: Connection e.V., Deutsche Ostasienmission und Ev. Mission in Solidarität (Hrsg.): Broschüre "Südkorea: 700 Kriegsdienstverweigerer in Haft", Juli 2015



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