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Äthiopien: Berichte aus einem Land im Krieg
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure

Zum Weiterlesen

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Rudi Friedrich: Protestaktion vor dem äthiopischen Konsulat - EWRI: Keine Unterstützung des diktatorischen äthiopischen Regimes!
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Rudi Friedrich: Äthiopische KriegsgegnerInnen fordern in Frankfurt/M. Schutz und Asyl
(08.08.2008) 
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(05.02.2007) 
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Wir danken für die Unterstützung des Friedenspfarramtes der EKHN

Äthiopien: Berichte aus einem Land im Krieg

Einleitung zur Veranstaltung der EWRI

von Abraham Gidey

Ich bin Abraha Gidey. Ich habe in Äthiopien 15 Jahre lang in Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen gearbeitet, um die Armut zu lindern und die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen.
Gemeinsam haben wir, etwa 20 Flüchtlinge aus Äthiopien, die jetzt in Deutschland leben, die Initiative der Äthiopischen KriegsgegnerInnen vor einem Jahr gegründet. Wir werden dabei unterstützt von Connection e.V. und der Eritreischen Antimilitaristischen Initiative. Seitdem engagieren wir uns gegen Krieg, Militarisierung sowie alle Arten von Menschenrechtsverletzungen in unserem Land.
Unter den Regimes von Mengistu Haile Mariam, wie auch unter Meles Zenawi leidet Äthiopien seit mehr als 30 Jahren unter Krieg, Militarisierung, Menschenrechtsverletzungen und Hungersnöten. Jede einzelne Region des Landes war in hohem Maße von Bürgerkrieg und Krieg betroffen. Folgen davon sind Instabilität, Ungerechtigkeit, die Verdrängung demokratischer Strukturen und Armut.
Während des Bürgerkriegs zwischen dem Regime unter Mengistu, dem sogenannten Derg-Regime, und schwer bewaffneten Widerstandsgruppen (EPRDF – Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front, OLF – Oromo Liberation Front, EPLF – Eritrean People’s Liberation Front und ONLF – Ogaden National Liberation Front) von 1974 bis 1991 verloren 439.000 Soldaten ihr Leben. Das Mengistu-Regime beging zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Es ist für den Tod von mindestens einer halben Million Menschen verantwortlich.
Nach 17 Jahren kam 1991 Meles Zenawi an die Macht. Sein Regime unterhält derzeit 350.000 Soldaten, die von den USA und westlichen Verbündeten unterstützt werden. Dieses Regime führte auch den Krieg gegen Eritrea, der zwischen 1998 und 2000 über 100.000 Soldaten und 30.000 Zivilisten das Leben kostete. 350.000 Menschen wurden damals vertrieben. Der Konflikt ist bis heute ungelöst.
Das Regime unter Meles Zenawi manipulierte die Wahlen im Mai 2005 und verhaftete etwa 20.000 Personen, Oppositionelle, Führer zivil-gesellschaftlicher Gruppen und Journalisten. Zudem töteten Militär und Sicherheitskräfte mehr als 200 unschuldige Zivilisten.
Zudem schürte das diktatorische Regime die interreligiösen Auseinandersetzungen zwischen den christlichen und moslemischen Bevölkerungsteilen. Mehr als 30 Personen fielen diesen Auseinandersetzungen zum Opfer. Des weiteren beging das äthiopische Militär ein Massaker in Gambella, wo nicht weniger als 423 Zivilisten aus der Volksgruppe der Annak ermordet wurden. 15.000 mussten darauf hin in den Sudan und nach Kenia fliehen.
Das Regime unter Meles Zenawi versucht von den massiven internen und externen politischen Problemen sowie von der sozio-ökonomischen Krise abzulenken. Ende 2006 befahl Zenawi deshalb auch die Invasion von Somalia. Die Armee ist dort immer noch aktiv, tötet Zivilisten, begeht Kriegsverbrechen und sorgt so für eine Destabilisierung des Horns von Afrika. Im Land selbst ist eine systematische und verstärkte Rekrutierung von Kindersoldaten zu beobachten.
Nach der Verfassung Äthiopiens sind KriegsgegnerInnen nicht geschützt. Wir sind somit Einschüchterungen ausgesetzt, von Folter und langen Inhaftierungen oder sogar der Todesstrafe bedroht. Dies sind die Gründe, warum wir hier in Deutschland Asyl suchen.
Wir lehnen Krieg genauso ab wie Militarisierung und alle Formen von Menschenrechtsverletzungen. Wir wenden uns entschieden gegen Abschiebungen nach Äthiopien, Eritrea oder andere Gebiete am Horn von Afrika. Flüchtlinge sollten mit Würde und Respekt behandelt werden.


Redebeitrag von Abraha Gidey am 14. September 2007



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