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Israel: Bringt die Soldaten heim!
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Israel: Bringt die Soldaten heim!

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Die Broschüre ist vergriffen.


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Israel: Bringt die Soldaten heim!

Es wird nicht enden, bis wir miteinander sprechen!

von Gush Shalom

Demonstrationsbericht vom 5.8.2006 in Tel Aviv

Die größte Demonstration gegen den Krieg fand am 5. August im Herzen von Tel Aviv statt, einer Gegend, die als besonders rechts gilt.

Annähernd 10.000 Demonstranten aus dem ganzen Land, unter ihnen viele mit arabischer Herkunft, marschierten vom Boulevard Ben-Zion die King-George-Straße entlang bis zum Magen-David-Platz. Am Eingang des Platzes wurde eine Bühne aufgebaut. Tausende, die nicht mehr auf den Platz kommen konnten, füllten die nahegelegenen Straßen.

Als die Demonstranten noch auf den Beginn der Kundgebung warteten, wurde von einem nahegelegenen Balkon herab eine Salve von Eiern auf sie herabgeworfen. Die Täter flohen, bevor die Polizei eintraf.

Ernsthafter war ein anderer Sabotageakt. Es war entschieden worden, massenhaft schwarze Flaggen mitzuführen (ein Symbol für ungerechtfertigte militärische Aktionen - rf). Einer der Aktivisten brachte diese zum Treffpunkt, bevor die Demonstranten ankamen. Plötzlich hielt ein Auto, drei Jugendliche stürmten heraus, rissen mit Gewalt die Flaggen an sich und verschwanden. So musste die Demonstration ohne schwarze Fahnen stattfinden.

Während des Marsches riefen die DemonstrantInnen: "Juden und Araber, weigert Euch, Feinde zu sein!"; "Wir sollten nicht sterben oder töten - im Dienst der USA!"; "Kinder wollen leben - in Beirut und Haifa!"; "Peretz, Peretz tritt zurück - der Frieden ist wichtiger!"; "Eine Million Flüchtlinge - das ist ein Kriegsverbrechen!"; "Olmert, Peretz und Ramon - Verlasst sofort den Libanon!"

Die populärsten Anstecker waren die von Gush Shalom mit dem Motto "Bringt die Soldaten heim" sowie die des Israelisch-palästinensischen Hinterbliebenenforums mit dem Motto "Es wird nicht enden, bis wir miteinander sprechen!"

Einige Transparente fielen ins Auge: "Wir werden alle verlieren!"; "Besatzung und Krieg sind ein Desaster!"; "Gerechter Frieden = Sicherheit!"; "39 Jahre sind genug - beendet die Besatzung!"; "Es gibt keine militärische Lösung!"; "Waffenstillstand JETZT!"; "Stoppt den Krieg! Stoppt die Massaker!

Es nahmen alle Friedensorganisationen teil. Neben Gush Shalom waren Mitglieder der Women’s Coalition for Peace (Frauenkoalition für Frieden), von Ta’ayush, Anarchists Against Walls (Anarchisten gegen Mauern), Yesh Gvul, von dem Israelisch-palästinensischen Hinterbliebenenforum sowie Feministinnen, viele Eltern mit ihren Kindern, Veteranen und junge Friedensaktivisten und Mitglieder der politischen Parteien Hadash, Balad und der Vereinigten Arabischen Liste gekommen.

Ein Zeichen, dass es im politischen System gärt, war die Teilnahme von Mitgliedern der Partei Meretz, die kamen, obwohl die Partei für den Krieg eintritt. Sie wurden angeführt von dem ehemaligen Knessetmitglied Hazan abd Ya’el Dayan.

Dayans Rede verursachte einen Zwischenfall, als sie Grüße an die Soldaten schickte, die im Libanon kämpfen. Diese Worte wurden mit lautstarkem Protest beantwortet und einige Aktivisten versuchten die Bühne zu stürmen, wurden aber von Freunden zurückgehalten.

Unter den SprecherInnen war auch der Sekretär des Arabischen Bürgerbeobachtungskomitees, ein Vertreter der russischen Immigranten, ein Kriegsdienstverweigerer, ein Friedensaktivist, dessen Haus von einer Rakete zerstört worden war und andere.


Bericht über die Demonstration am 5. August 2006 in Tel-Aviv. Entnommen aus: www.gush-shalom.org. Übersetzung: Rudi Friedrich. Der Beitrag erschien in: Connection e.V. (Hrsg.): Broschüre "Israel: Stimmen für Frieden und Verständigung - Kriegsdienstverweigerung und Antikriegsarbeit", November 2006.Wir danken für die finanzielle Förderung durch den Katholischen Fonds, den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED), dem Bildungswerk Hessen der DFG-VK, dem Fonds der EKHN "Dekade zur Überwindung der Gewalt" und Brot für die WeltDie Broschüre ist vergriffen.



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