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US-Verweigerer wird zu 7 Monaten Haft verurteilt
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
US-Verweigerer wird zu 7 Monaten Haft verurteilt

Robert Weiss

Kurzportrait des US-Verweigerers


Zum Weiterlesen

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Robert Weiss - Kurzportrait
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Wolfgang Krauß: US-Kriegsdienstverweigerer zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt - Prozessbericht vom 13. Mai 2008

US-Verweigerer wird zu 7 Monaten Haft verurteilt

Connection e.V. und das Military Counseling Network starten Solidaritätsaktion

von Connection e.V. und Military Counseling Network

Pressemitteilung vom 14. Mai 2008

 

Gestern wurde der in Vilseck/Bayern stationierte US-Kriegsdienstverweigerer Robert Weiss zu sieben Monaten Haft verurteilt. Das US-Militärgericht der Rose Barracks in Vilseck befand ihn für schuldig, die Verlegung seiner Einheit absichtlich verpasst zu haben (Missing Movement) und desertiert zu sein. Die Haftstrafe wird Robert Weiss im US-Militärgefängnis in Mannheim absitzen.

Das Military Counseling Network und Connection e.V. verurteilen die Entscheidung des Gerichts. Sie fordern das US-Militär auf, Robert Weiss als Kriegsdienstverweigerer anzuerkennen und unverzüglich freizulassen. (ausführlicher Prozessbericht)

Robert Weiss war 2005 bereits mit 17 Jahren zur Armee gegangen und wurde zum Fahrer eines Schützenpanzers ausgebildet. Voller Patriotismus betrachtete er das Militär als eine Perspektive für sein weiteres Leben. Als jedoch ein Freund seiner Schwester gewaltsam zu Tode kam, sah er sich damit konfrontiert, was Tod für ihn bedeutete: "Einer war nun tot, ein anderer würde bald ins Gefängnis gehen. Die Familien und Freunde beider Seiten leiden. Als mir diese Gedanken durch den Kopf schossen, begann ich die Moral des Tötens in Frage zu stellen", erklärte Weiss. Er habe intensiv das Neue Testament gelesen, worin Jesus uns auffordere, unsere Feinde zu lieben, seine Regierung jedoch befehle ihm, sie zu jagen und abzuschlachten wie Tiere. Das könne nicht zusammen gehen.

Obwohl er im Sommer 2007 einen Antrag stellte, um als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, wurde er mit seiner Einheit in den Irak verlegt. Der Antrag wurde kurz vor seinem Heimaturlaub, Anfang Dezember 2007, abgelehnt. Er verweigerte sich einem erneuten Einsatz im Irak und kehrte nicht mehr von seinem Heimaturlaub zurück. Er stellte sich sieben Wochen später den Militärbehörden.

Mit dem gestrigen Urteil ist erneut ein US-Kriegsdienstverweigerer trotz seiner Überzeugung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. erklärte heute: "Das US-Militär zeigt damit Härte gegenüber denjenigen, die sich dem Kriegseinsatz verweigern. Es macht deutlich, wie sehr es um die Moral in der Truppe fürchtet, in der es zunehmend Widerstand gegen den Einsatz im Irak und in Afghanistan gibt. Den Verweigerern und ihrem Mut gebührt die Hochachtung. Sie brauchen unsere Unterstützung."

Das Military Counseling Network und Connection e.V. riefen heute dazu auf, Robert Weiss - wie anderen inhaftierten US-Verweigerern - Solidaritätspostkarten zu schreiben. Michael Sharp machte deutlich: "Dies ist ein wichtiges Mittel, die Moral der Verweigerer auch in der Haft zu stärken." Postkarten können online über www.Connection-eV.org/briefaktion ausgefüllt werden.

 

gez.

Michael Sharp, MCN (Tel.: 06223-47506 oder 0174-6007018)
Rudi Friedrich, Connection e.V. (069-82375534)


Connection e.V. und Military Counseling Network, Pressemitteilung vom 14. Mai 2008. Der Beitrag erschien in: Connection e.V. und AG "KDV im Krieg" (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Juli 2008.



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