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15. Mai 2004 in Spanien: Inspektion eines NATO-Stützpunktes
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15. Mai 2004 in Spanien: Inspektion eines NATO-Stützpunktes

von Isabel Olmos

Über 30 zivile InspektorInnen konnten in den NATO-Standort in Betera (in Valencia) eindringen, in dem sich das Hauptquartier der Schnellen Eingreiftruppe befindet. Sie verletzten dabei bewusst das Militärstrafrecht.

Um zwölf Uhr mittags verlässt eine Karawane von 12 Autos - einschließlich der Polizei - den Ort Betera. Sie fährt zu dem vor etwa einem Jahr errichteten Standort der NATO. Obwohl ein Hubschrauber und eine Einheit der Polizei zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt wurde, um den Stützpunkt zu bewachen, konnte das Inspektionsteam die Straße im Osten des Standortes erreichen. Die Wagen wurden abgestellt, die zivilen weißgekleideten InspektorInnen begannen, am Zaun entlangzugehen. Sie suchten nach einem Ort, um in den Standort hineinzukommen. Dabei wurden sie von der Polizeieinheit begleitet. Auf der anderen Seite verfolgten einige Militärjeeps die Bewegungen der Gruppe.

Einige Hundert Meter weiter kletterte das Inspektionsteam plötzlich über den Zaun. In wenigen Minuten befanden sich die meisten auf dem Militärgelände, nur einige wurden von der Polizei daran gehindert. Auf dem Gelände begann die Gruppe in Richtung des Hochsicherheitsbereichs zu gehen. In diesem Moment schlug die Polizei auf einige InspektorInnen ein.

Zur gleichen Zeit fand am Haupteingang eine Demonstration statt. Die DemonstrantInnen gingen nun in Richtung des Inspektionsteams, um es zu unterstützen. Die Polizei umstellte die DemonstratInnen und hinderte sie so daran, weiterzugehen.

Nun entschied das Team, ein Inspektionslager aufzubauen. In wenigen Sekunden wurde im Militärgelände mit Stöcken, Schnüren und Pickeln ein improvisiertes weißes Zelt aufgestellt, an dem das Team ein Treffen durchführte, um zu entscheiden, wie es weiter vorgehen solle. Ein Arbeitsplatz wurde eingerichtet, ein Laptop installiert. Da kam die Polizei, riss das Zelt nieder und verhinderte auch, es wieder aufzubauen. Angesichts der Schwierigkeiten, die Inspektion fortzusetzen, entschieden die InspektorInnen, es sich gemütlich zu machen und Mittag zu halten - eine Geste, um die Schließung und eine Nutzungsänderung für soziale und ökologische Ziele zu verlangen.

In der restlichen Zeit, in der das Gelände besetzt gehalten wurde und sich die Führung der Armee unkooperativ verhielt, trank das Inspektionsteam arabischen Tee. Am Ende nahm die Polizei die Personalien der InspektorInnen auf, räumte die Besetzung und beendete so die II. Zivile Inspektion des NATO-Standortes.


Civil inspection of the NATO base in Valencia (Spain), 17.05.2004; www.indymedia.org.uk/en/2004/05/291590.html, Übersetzung aus dem Englischen: Rudi Friedrich. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Juli 2004.



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