Bradley Manning

Bradley Manning

Freiheit für Bradley Manning!

Demonstrationsaufruf für den 21. Januar 2012

Treffpunkt: Kaisersack (Ecke Kaiserstraße) am Hauptbahnhof

Wir demonstrieren am 21.01.2012, ab 13:00 Uhr, in Frankfurt am Main für die Freilassung des vermeintlichen Whistleblowers und US-Soldaten Bradley Manning.

Seit dem Mai 2010 befindet sich Bradley Manning in Haft und wird beschuldigt, geheime Daten an WikiLeaks weitergegeben zu haben. Amnesty In­ter­na­ti­onal bezeichnete seine Haftbedingungen als „menschenunwürdig“, der Men­schen­rechts-Ausschuss des Bundestages sieht seine Behandlung als Verstoß gegen die Menschenwürde. Erst nach massivem Protest wurde er aus dem Militärgefängnis Quantico in die Haftanstalt Fort Leavenworth verlegt.

Für 9 Monate befand sich Bradley Manning jeden Tag 23 Stunden in seiner Zelle in der er weder Sport treiben noch persönliche Gegenstände haben durfte. Eine Stunde täglich befand er sich außerhalb seiner Zelle „stets gefesselt“ in einem kargen Raum, in dem es ihm erlaubt war, zu gehen.

Bradley Manning muss befürchten, dass an ihm ein Exempel statuiert wird, das künftige Whistleblower abschrecken soll. Wir bezweifeln, dass es nach öffentlichen Äußerungen auch des Präsidenten der USA, in denen er bereits vorverurteilt wurde, noch möglich ist, dass er ein faires Verfahren bekommt.

Bisher wurde Manning weder verurteilt noch fand eine Verhandlung statt. Sollte er verurteilt werden drohen ihm eine lebenslange Haftstrafe oder gar die Todesstrafe.

Die Enthüllung von Kriegsverbrechen ist kein Verbrechen!

Die vorgeblich von Manning veröffentlichten Daten enthüllen Kriegsverbrechen. Siehe hierzu das als „Collateral Murder“ bekannte Video, das einen Angriff eines US-Helikopters auf Zivilisten im Irak-Krieg zeigt. In einem ihm zugeschriebenen Chatprotokoll äußert Manning, er habe die Informationen veröffentlicht, um „weltweite Diskussionen, Debatten und Reformen“ auszulösen und die Wahrheit für alle Menschen ans Licht zu bringen, „weil man ohne Informationen als Öffentlichkeit keine begründeten Ent­schei­dungen treffen kann“. Durch die Wikileaks-Dokumente wurden nicht nur grausame Kriegsverbrechen öffentlich, auch die Revolutionen im Arabischen Frühling wurden maßgeblich durch die Botschaftsdepeschen gefördert.

Unsere Forderungen

1. Freiheit für Bradley Manning

Das Aufzeigen von Verstößen gegen in­ter­na­ti­onales Recht darf in keinem Fall als Verbrechen gelten. Wir fordern daher die Freilassung Bradley Mannings und aller anderen Whistleblower!

2. Etablierung eines Whistleblowerschutzes

Whistleblower sind ein wichtiger Bestandteil in jeder freien und demo­kratischen Gesellschaft. Wir fordern allgemeine gesetzliche Regelungen zum Schutz von Whistleblowern.

3. Eine offene Informationspolitik

In einer Demokratie darf der Staat keine Geheimnisse vor seinen Bürgern haben. Wir fordern eine offene und transparente Informationspolitik sämtlicher Staaten!

www.bradleymanning.de: Aufruf vom 8. Januar 2011. Weitere Infos unter http://www.bradleymanning.de

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