Aus der Arbeit von Connection e.V.

Juli bis August 2012

von Franz Nadler und Rudi Friedrich

Aktivitäten in der Türkei

Die Plattform zur Kriegs­dienst­ver­weigerung in Istanbul hat die Idee, ein regionales Treffen zur Kriegs­dienst­ver­weigerung in der Türkei zu organisieren. Sie hofft damit, die aktuelle Debatte zu unterstützen und den Druck auf die Regierung zu erhöhen, die Kriegs­dienst­ver­weigerung anzuerkennen. Gemeinsam mit der War Resisters‘ In­ter­na­ti­onal greifen wir diesen Vorschlag auf, um im Sommer nächsten Jahres Aktive zur Kriegs­dienst­ver­weigerung insbesondere aus Griechenland, Zypern, der Türkei, Israel und Ägypten zusammenzubringen. Weitere Aktivitäten haben wir in diesem Rundbrief dokumentiert. Sie werden auch mit Mitteln der Bewegungsstiftung unterstützt.

Veranstaltungsangebot zu Waffenexporten ins südliche Afrika

Zwischen dem 12. und 23. November bieten wir unter dem Motto Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod zwei eigenständige Ver­an­stal­tungs­reihen an. Es gibt noch freie Termine für beide Angebote:

- Mit Gunvant Govindjee von Ceasefire Campaign (Südafrika).

- Mit dem Journalisten Emanuel Matondo.

 

Gunvant Govindjee ist seit vielen Jahren Mitglied der südafrikanischen Ceasefire Campaign, die sich für die Entmilitarisierung der südafrikanischen Gesellschaft einsetzt. Der 69-jährige ist indischer Herkunft. Er arbeitete als Lehrer für Geschichte, Englisch und Afrikaans in Südafrika, Swasiland, Großbritannien und Norwegen. Er beteiligte sich bei Ceasefire Campaign insbesondere an den Kampagnen gegen Landminen und Streubomben und führte verschiedene Schulungen zur Konfliktlösung mit Jugendlichen durch.

Gunvant Govindjee wird für jeden Veranstaltungsort einen Tag Zeit haben. Er wird auf den Veranstaltungen die Rüstungsexporte von Deutschland nach Südafrika und deren Folgen für die südafrikanische Gesellschaft thematisieren. Darüber hinaus wird er darstellen, wie Südafrika – auch mit Hilfe deutscher Firmen – zu einem eigenen Waffenexporteur wird und die Arbeit der Ceasefire Campaign vorstellen. Er wird seinen Vortrag in englischer Sprache halten.

Ceasefire Campaign gab 2011 einen ausführlichen Bericht über Waffenexporte aus Südafrika heraus, mit dem die Organisation aufzeigte, dass von 2000-2010 unter den zehn größten Empfängerländern von südafrikanischen Waffen- und Waffensystemen Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien, Kolumbien und Saudi-Arabien sind. Besonders brisant wird dies, da einige deutsche Firmen über Tochterfirmen in Südafrika Waffentechnologie in andere Länder exportieren. Es liegt nahe, dass damit auch Waffenkontrollgesetze in Deutschland umgangen werden.

Für Gunvant Govindjee sind noch freie Termine vom 12.-23. November vorhanden.

 

Emanuel Matondo arbeitet seit Jahren zu Themen wie Krieg, Militär, Rüstungsexporte, Korruption und den sich in den Gesellschaften des südlichen Afrikas dagegen entwickelnden Widerstand. Er ist Bewegungsarbeiter, Journalist und Aktiver der Angolanischen Antimilitaristischen Men­schen­rechtsinitiative. Der aus Angola stammende Emanuel Matondo lebt in Deutschland und wird die Veranstaltungen in deutscher Sprache durchführen.

Emanuel Matondo wird an einigen Ländern des südlichen Afrikas die Folgen der Waffenexporte für die dortige Bevölkerung herausarbeiten, insbesondere an den Beispielen Angola, Südafrika, Zimbabwe und DR Kongo. Er wird deutlich machen, welchen Umfang Waffenexporte aus Deutschland, die Lieferung von U-Booten und Kriegsschiffen, Kampfjets und Militärhubschraubern, Panzern und Raketenwerfer, Sturmgewehren und Maschinenpistolen, Lizenzen zur Waffenproduktion und ganze Rüstungsfabriken hat. Zu den Empfängern zählen auch Diktaturen und autoritäre Regime in Afrika, den arabischen Ländern, Asien, Lateinamerika und Europa, die die Men­schen­rechte mit Füßen treten. Deutschland ist der größte Waffenexporteur Europas und liegt hinter den USA und Russland weltweit an dritter Stelle der Waffenlieferanten.

Für Emanuel Matondo gibt es noch freie Termine am 14. und 15. November sowie 21. November 2012.

Wir unterstützen mit der Ver­an­stal­tungs­reihe die derzeit laufende Kampagne der Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel, die den Stopp der deutschen Rüstungsexporte fordert und dieses Jahr den Stuttgarter Friedenspreis erhalten wird. Für die Veranstaltungen selbst werden wir auch Plakate, Flyer und anderes Werbematerial vorrätig haben.

Wir bieten im Rahmen der Ver­an­stal­tungs­reihen Gruppen und Organisationen gegen einen Kostenbeitrag an, Veranstaltungen, Schulbesuche u.a.m. an ihren Orten durchzuführen. Wir bitten um Rückmeldung bis spätestens zum 10. September 2012.

Connection e.V. zieht um

Ende September 2012 wird Connection e.V. umziehen. Es ändert sich die Anschrift, die eMail- sowie die Website-Adresse. Wir bleiben selbstverständlich in Offenbach. Unsere neue Adresse ist:

Connection e.V., Von-Behring-Str. 110, 63075 Offenbach

Tel.: 069-82375534, Fax: 069-82375535

Ebenfalls ändern wird sich Website und eMail-Adresse:

eMail: office(at)Connection-eV.org

Website: www.Connection-eV.org

Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe September 2012

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