Aus der Arbeit von Connection e.V.

November 2012 bis Februar 2013

von Franz Nadler und Rudi Friedrich

Ver­an­stal­tungs­reihe erfolgreich beendet

Im November 2012 reiste der angolanische Kriegs­dienst­ver­weigerer und Journalist Emanuel Matondo erneut, um in verschiedenen Städten Veranstaltungen zum Thema Waffenexporte ins südliche Afrika durchzuführen. Insgesamt hat er so an über 25 Orten über das Thema gesprochen und diskutiert. (mehr...) Mit seinem umfangreichen Wissen konnte er deutlich machen, welch verheerende Folgen der Waffentransfer für Länder wie z.B. Angola hat. Zum Abschluss nahm er gemeinsam mit Paul Russmann, Christine Hoffmann und Jürgen Grässlin stellvertretend den Stuttgarter Friedenspreis für die Kampagne Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffehandel ! entgegen - ein schöner Abschluss der Ver­an­stal­tungs­reihe. Weitere Projekte und Aktionen der Kampagne sind zu finden unter www.aufschrei-waffenhandel.de.

Asylverfahren von US-Deserteur André Shepherd vor Europäischem Gerichtshof

Fast zwei Jahre nach der Ablehnung durch das Bundesamt für Migration erhielten wir die Nachricht, dass sich das Verwaltungsgericht München mit dem Asylantrag von André Shepherd befassen wolle. Der Termin wurde auf den 23. Januar 2013 festgesetzt. Gemeinsam mit einigen Gruppen in München und Pro Asyl planten wir aus diesem Anlass eine Pressekonferenz und eine Aktion vor dem Verwaltungsgericht in München. Kaum hatten wir das bekanntgegeben, erfuhren wir, dass das Richtergremium sich nun anders entschieden hat. Nun wird das Gericht ein Vorabersuchen an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg richten. Das ist angesichts vieler grundsätzlicher Fragen, die dieser Präzedenzfall auf europarechtlicher Ebene aufwirft, durchaus sinnvoll. (mehr...)

Aktion für Bradley Manning

Bradley Manning wird vorgeworfen, Tausende von Dokumenten zur Kriegführung der USA und deren Alliierten in Irak und Afghanistan der Internetplattform Wikileaks zugespielt zu haben. Unter den Dokumenten befand sich auch das „Collateral-Murder-Video“, das die Ermordung von Zivilisten durch US-amerikanische Hubschrauberpiloten im Irakkrieg zeigt. Es ist damit eines der anschaulichsten Dokumente, die zeigen, wie mit den Apache-Hubschraubern im Irakkrieg vorgegangen wurde. Auch André Shepherd hatte als Mechaniker dafür gesorgt, dass solche Einsätze geflogen werden konnten, bis er sich einem erneuten Einsatz verweigerte.

Zum Auftakt des Vorverfahrens gegen Bradley Manning war zu einem in­ter­na­ti­onalen Aktionstag aufgerufen worden. Wir beteiligten uns mit einer Aktion in Frankfurt daran. Mehr zur Situation von Bradley Manning unter www.Connection-eV.org/article-1738.

Seminar für ägyptische Kriegs­dienst­ver­weigerungsgruppe

Maikel Nabil Sanad wollte den Aktiven seiner Gruppe No to Compulsory Military Service eine Möglichkeit schaffen, sich intensiver mit Kriegs­dienst­ver­weigerung, Gewaltfreiheit und Versöhnungsarbeit auseinanderzusetzen und schlug daher ein einwöchiges Seminar in Berlin vor. Erfreulicherweise konnte er die Stiftung Haus der Demokratie und Men­schen­rechte gewinnen, um den größten Teil der Kosten zu übernehmen und Räume zur Verfügung zu stellen. So fand das Seminar Ende Januar 2013 mit etwa zehn Aktiven aus Ägypten und weiteren Gästen statt. (mehr...)

Besuch in der Türkei

Im Februar 2013 reiste Rudi Friedrich erneut in die Türkei, um Aktive in Istanbul, Izmir und Antalya zu besuchen. Er machte eine ganze Reihe von Interviews mit verschiedenen VerweigerInnen. Ziel ist, damit deutlich zu machen, dass sich die Idee der Kriegs­dienst­ver­weigerung in der Türkei verbreitert hat, da sich nun Personen mit unterschiedlichsten Hintergründen darauf beziehen. Die Interviews sollen in eine Broschüre münden, die ergänzt durch Informationen zur Lage der Verweigerer in der Türkei in türkisch, deutsch und englisch erscheinen soll.

Darüber hinaus sprach er mit den Aktiven über die nächsten Projekte in der Türkei. Die Plattform zur Kriegs­dienst­ver­weigerung in Istanbul hat begonnen, in verschiedenen Städten Informationsveranstaltungen zur Kriegs­dienst­ver­weigerung durchzuführen. Weiterhin wird Lobbyarbeit betrieben, um die Beschlüsse auf europäischer Ebene auch in der Türkei zu verankern. Fortgeführt werden die Planungen für ein in­ter­na­ti­onales Treffen zur Kriegs­dienst­ver­weigerung insbesondere mit TeilnehmerInnen aus der Türkei, aus Israel/Palästina, Ägypten, Zypern und Griechenland. Unklar ist jedoch inzwischen, ob dies wirklich bereits im Juli 2013 wie geplant stattfinden kann. Bislang ist vieles noch nicht vorbereitet worden.

Online-Ausgaben des Rundbriefes

Den BezieherInnen des Rundbriefes bieten wir die Möglichkeit, den Rundbrief online in einem durch Passwort geschützten Bereich einzusehen. Der Zugang ist möglich über ein kleines Formular auf www.Connection-eV.org. Dort setzen Sie bitte im Feld „Name“ Ihren Vor- und Nachnamen wie auf dem Adressetikett ein und im Feld „Passwort“ die auf dem Adressetikett genannte Nummer. Gerne können wir Ihnen den Rundbrief zukünftig ausschließlich online zustellen.

Übrigens: Aktuelle Kampagnen und Kurzmeldungen finden sich auf der Website unter www.Connection-eV.org.

Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Februar 2013

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