Eritrea: Informationsministerium besetzt

von Connection e.V.

(15.02.2013) Am 21. Januar 2013 besetzten 200 Soldaten der eritreischen Armee für etwa zwölf Stunden das Informationsministerium. Ihr Ziel war es, den Direktor des eritreischen Fernsehens zur Verlesung einer von ihnen vorgefertigten Erklärung zu zwingen. Sie forderten damit die Beendigung der unerklärten Anwendung des Kriegsrechts, Freiheit für die politischen Gefangenen und die Umsetzung der Verfassung. Bevor die Erklärung öffentlich gemacht werden konnte, wurde das Fernsehen auf Standbild gesetzt.

Bei ihrem Vorgehen waren die Soldaten bewaffnet. Sie ließen die Mitarbeiter des Informationsministeriums jedoch weiter ihrer Arbeit nachgehen.

Nach zwölf Stunden konnten die Anführer des Aufstands das Ministerium verlassen, die anderen Soldaten wurden festgenommen. Die eritreische Regierung unter Isayas Afewerki bezeichnete die Aufständischen als Terroristen. Es folgte ein Welle von Verhaftungen.

Die Aktion sorgte für in­ter­na­ti­onales Aufsehen. Eritreische Oppositionelle in aller Welt führten in Solidarität Unterstützungsaktionen durch.

Quelle: Gedab News auf www.awate.com vom 26. Januar 2013 und IndepthAfrica.com vom 2. Februar 2013. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Februar 2013

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