Onur Erden

Onur Erden

Türkei: "Onur Erden ist nicht allein"

Solidaritätsaktion für inhaftierten Kriegs­dienst­ver­weigerer

von ETHA

Der Verein für Kriegs­dienst­ver­weigerung hat vor dem Kasımpaşa Militärgefängnis gegen die Inhaftierung des Kriegs­dienst­ver­weigerers Onur Erden protestiert: „Wir stehen zu allen, die die Waffe und das Blutvergießen an ihren Geschwistern verweigern.“

İstanbul – Onur Erdens Asylgesuch in der Republik Zypern wurde abgelehnt, woraufhin er zur Überweisung an die Gelibolu Militärstaatsanwaltschaft in das Kasımpaşa Militärgefängnis überführt wurde. Der Verein für Kriegs­dienst­ver­weigerung organisierte eine Protestaktion vor dem Gefängnis.

Kriegs­dienst­ver­weigerer Ali Fikri Işık verlas vor dem Transparent „Kriegs­dienst­ver­weigerer Onur Erden ist nicht allein“ die Presseerklärung. Işık erinnerte daran, dass Erden nach seiner Kriegs­dienst­ver­weigerungserklärung über Nordzypern in die Republik Zypern eingereist war und Asyl beantragt hatte, um einer Ausweisung in die Türkei zu entgehen. Allerdings wurde sein Antrag mit der Begründung, die vorher erlittenen Folterspuren seien nicht mehr nachweisbar, abgelehnt und er wurde, entgegen seiner Forderung, in ein anderes Land ausgewiesen zu werden, am 11. Juli an die Türkei ausgeliefert. Er wurde am Flughafen zur Weiterleitung an die Gelibolu Militärstaatsanwaltschaft in das Kasımpaşa Militärgefängnis überführt. „Der Staat inhaftiert Menschen, die sich weigern für ihn zu sterben und zu töten, eine Waffe zu tragen, und hält nun unseren Freund Onur fest“, sagte Işık.

Işık führte weiter aus, dass Erden auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Haft genommen werden könne. Er äußerte seine Besorgnis über den weiteren Verlauf: „Es wurden bisher viele Kriegs­dienst­ver­weigerer wie Halil Savda, Enver Aydemir, İnan Süver und Muhammed Serdar Delice für ihre Verweigerung monatelang inhaftiert und in Gefängnissen Prügel, Misshandlungen und Folter ausgesetzt.“

Işık fuhr fort: „Als Verein für Kriegs­dienst­ver­weigerung stehen wir zu allen Freunden, die sich weigern zu sterben und zu töten, eine Waffe zu tragen und in den Krieg zu gehen. Die militaristischen Institutionen, die Onur durch eine Verhaftung entmutigen wollen, dürfen nicht vergessen, dass wir unseren Kampf gegen den Krieg nicht aufgeben, den Herrschenden nicht Gehorsam leisten und uns weiterhin für das Leben einsetzen werden. Wir stehen zu allen, die in diesem Sinne die Waffe und das Blutvergießen an ihren Geschwistern verweigern. Wir appellieren ein weiteres Mal an die Verantwortlichen: Onur Erden ist nicht allein.“

ETHA Nachrichtenagentur vom 15. Juli 2013. Quelle: www.etha.com.tr/Haber/2013/07/15/guncel/onur-erdem-yanliz-degildir/. Übersetzung: omü. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe September 2013

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