Eritrea: Stoppt die Sklaverei des unbefristeten Nationaldienstes!

Start der Kampagne

von Eritreische Jugendorganisationen

(01.01.2014) Jedes Jahr werden etwa 20.000 Eritreer im Alter zwischen 17 und 50 Jahren dazu gezwungen, in den Nationalen Dienst einzutreten, um dem politischen Regime des Landes zu dienen. Von den Bürgern wird verlangt für unbestimmte Zeit unter sklavenähnlichen Bedingungen zu arbeiten. Ansonsten droht ihnen, im berüchtigten eritreischen Gefängnissystem eingesperrt zu werden, aus dem Gefangene nur selten entlassen werden.

Die Kampagne Stoppt die Sklaverei des Nationalen Dienstes in Eritrea! startet heute, am 1.1.2014 in Schweden, Norwegen, Holland, Belgien, der Schweiz, in Deutschland, Großbritannien und Italien. Die Kampagne verbindet in Eritrea geborene Aktivisten in ganz Europa und ruft die hiesigen Regierungen dazu auf, den grausamen Charakter des eritreischen Regimes anzuerkennen, das nach Angaben von Human Rights Watch für die Massenauswanderung von jährlich 18.000 Bürgern jährlich verantwortlich ist, die ihr Leben riskieren, um zu fliehen versuchen.

Die Kampagne wird sechs Monate andauern und ihren Höhepunkt im Juni in Genf erreichen, wo die Gruppe die Men­schen­rechtskommission der Vereinten Nationen dazu auffordern wird, in Eritrea einzugreifen. Aktivisten der Kampagne erklärten heute: „Wir haben das Bootsunglück bei Lampedusa im Oktober gesehen, durch die grässliche Behandlung unserer Brüder und Schwestern in Libyen und der Wüste Sinai sind wir sehr deprimiert. In Tel Aviv und den Flüchtlingslagern am Horn von Afrika leiden weiter junge EritreerInnen, weil sie in ihrer eigenen Heimat nicht frei leben können. Wir wollen die Versklavung der jungen EritreerInnen beenden und rufen die Welt auf, den Nationalen Dienst als die Sklaverei zu sehen, die sie ist.“

Ältere Menschen oder kranke, die Eritrea nicht verlassen können, haben wenig Möglichkeiten, sich selbst zu unterstützen. Familienangehörige, die im Land bleiben, werden für die Flucht ihrer Angehörigen bestraft und leiden finanzielle Not. Wer die erpresserischen Geldstrafen nicht zahlen kann, wird inhaftiert.

Die Aktivisten der Kampagne sind davon überzeugt, dass der Schlüssel zur Lösung der Flüchtlingskrise, die jedes Jahr das Leben von Tausenden von Eritreern bedroht, darin liegt, die Wurzeln dieses Exodus zu verstehen. Die Aktivisten kommen aus sechs europäischen Ländern. Sie werden sich vor dem Weg nach Genf an die jeweiligen Regierungen wenden: „Wir werden selbstverständlich traditionelle Arten der Lobbyarbeit anwenden, Briefe, persönliche Treffen mit offiziellen Vertretern. Aber aufgrund unserer unterschiedlichen Hintergründe wollen wir auch die Sozialen Medien im Internet nutzen sowie die Kunst, um unsere Botschaft rüberzubringen.“

Folgende Organisationen und Gruppen haben sich der Kampagne angeschlossen. Andere eritreische Jugendorganisationen werden dazu aufgerufen, sich der Kampagne anzuschließen.

 

Eritrean Youth Group in Swiss

United for Eritrea

Eritrean Youth Solidarity for Change EYSC

Eritrean Youth for National Salvation EYSNS

Young Wave Eritrea

Eritrean Youth Group in West London

SOS Shegare

Eritrean Antimilitarist Initiative

A Campaign to End the Indefinite National Service Slavery in Eritrea. Genf, 1.1.2014. Übersetzung: rf. http://stopslaveryineritrea.com. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Februar 2014.

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