15. Mai: Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung

15. Mai: Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung

Türkei: Gegen Aufrüstung und Ausgaben für „Sicherheit“

von Verein für Kriegsdienstverweigerung

(16.04.2014) Wie bekannt, veröffentlicht das Stockholmer In­ter­na­ti­onal Peace Research Institute (SIPRI) jedes Jahr einen aktuellen Bericht über Militärausgaben. Am 14. April wurde der Bericht für 2013 vorgestellt.

Danach sind im vergangenen Jahr in fast allen Staaten die Militärausgaben gestiegen. Der Gesamtbetrag der Militärausgaben in 172 Staaten beläuft sich auf 1,75 Billionen Dollar. Die USA haben über ein Drittel der weltweiten Militärausgaben verzeichnet und geben somit weiterhin am meisten aus. Der Gesamtanteil der NATO-Staaten beträgt nach wie vor zwei Drittel der weltweiten Militärausgaben.

Mit 188 Milliarden Dollar nimmt China nach den 640 Milliarden Dollar der USA den zweiten Platz ein. An dritter Stelle folgt Russland mit 87,7 Milliarden Dollar. Gleich dahinter befindet sich Saudi Arabien, das mit 67 Milliarden Dollar gleich drei Stufen nach oben geklettert ist.

Die Ausgaben der Türkei beliefen sich im Jahr 2013 auf 19,1 Milliarden Dollar. Während das Land 2012 weltweit den 16. Platz einnahm, befindet es sich nun auf Platz 14. Die Militärausgaben der Türkei sind in den letzten 10 Jahren um 13% gestiegen und betragen 2,3% des Bruttoinlandsprodukts.

Die Ausgaben für „innere Sicherheit“ wurden in diesem Betrag nicht berücksichtigt. Diese belaufen sich auf ungefähr 14,8 Milliarden Dollar. Ein wichtiger Anteil dieser Ausgaben floss in den Kauf von Tränengas, das gegen protestierende Demonstranten eingesetzt wird. Die Gesamtkosten für „Sicherheit“ belaufen sich also auf 32 Milliarden Dollar und machen damit 4,1% des Bruttoinlandsprodukts aus. Eine von fünfundzwang Lira, die als Steuern abgeführt werden, wird somit in Waffen gesteckt.

Als Verein für Kriegs­dienst­ver­weigerung setzen wir uns für eine Welt ohne Waffen, Armeen und Kriege ein. Genauso wie Krieg nicht legitim ist, sehen wir Kriegsvorbereitung und Aufrüstung auch nicht als legitim an. Vom Krieg profitieren nur Waffenhändler und Politiker, die sich von vergossenem Blut Macht versprechen. Und genau sie sind es, die die Kriege herbeiführen. Ein konkretes Beispiel lieferten uns erst kürzlich die hiesigen Machthabenden, als Tonaufnahmen einer Versammlung im Außenministerium in die Öffentlichkeit gelangten: „Ich schicke einfach vier Männer über die Grenze und lasse sie acht Raketen auf diese Seite schießen...“

Ein Leben in Frieden kann nicht mit großen und starken Armeen erreicht werden. Im Gegenteil führt jeder Schritt für diese vermeintliche Sicherheit zu Krieg und Tod. Denn „mit dem Hammer in der Hand wird jedes Problem zum Nagel“. Allein im Irak und Afghanistan stellen Millionen von Toten in Folge der Kriege der USA, einer sogenannten militärischen „Supermacht“, ein überaus aussagekräftiges Indiz dar. Andererseits lässt sich beobachten, dass Länder, die keine Armee unterhalten, ein durchaus friedliches Dasein führen. In der Tat führen Waffen und Armeen nicht zu Sicherheit, sondern nur zu Tod und Schmerz.

Als Verein für Kriegs­dienst­ver­weigerung fordern wir die Öffentlichkeit zu Opposition gegen Aufrüstung und Sicherheitsausgaben auf. Wir rufen zu einem gemeinsamen Kampf gegen jegliche verunsichernde Sicherheitspolitik auf.

Verein für Kriegsdienstverweigerung: Pressemitteilung vom 16. April 2014. Übersetzung: omü. Quelle: http://vicdaniret.org/vr-derden-askeri-harcamalara-iliskin-basin-aciklamasi

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