Agustín Aguayo

Agustín Aguayo

Protestaktion zum Geburtstag von Agustín Aguayo

US-Verweigerer wartet in der Coleman-Barracks auf seinen Prozess

von Connection e.V.
Aktion für Agustin Aguayo
Zur Bildergalerie

(18. Dezember 2006) Gruppen der deutschen und US-Friedensbewegung demonstrierten am vergangenen Sonntag vor den Coleman-Barracks in Mannheim. Sie hatten sich aus Anlass des Geburtstages des 35-jährigen Agustín Aguayo versammelt, der dort seit dem 3. Oktober 2006 inhaftiert ist. Er wartet auf seinen Prozess, in dem er wegen "Desertion zur Vermeidung eines gefährlichen Einsatzes" und "Versäumen der Verlegung der Einheit" angeklagt ist. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren, so die Organisatoren der Veranstaltung.

Rudi Friedrich von Connection e.V., einem in Offenbach ansässigen Verein, der sich in­ter­na­ti­onal für Kriegs­dienst­ver­weigerer einsetzt, schilderte vor den etwa 30 Teilnehmern der Protestaktion die Situation des US-Verweigerers: "Agustín Aguayo hat den Krieg im Irak erlebt und ist daher nicht mehr bereit, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Aber das Militär erkannte seine Gewissensentscheidung nicht an und wollte ihn im September 2006 erneut ins Kriegsgebiet schicken. Nur deshalb sah Aguayo keine andere Möglichkeit mehr, als aus der Armee zu flüchten."

Der Vietnam-Veteran Darnell Stephen Summers wandte sich direkt an die US-Soldaten in der Kaserne: "Agustin hat sich klar entschieden: Er ist nicht mehr bereit, an dem ungerechten Krieg im Irak teilzunehmen. Es ist ein Krieg, in dem Zehntausende von Irakern von US-Soldaten umgebracht worden sind, in dem sie die Genfer Konvention verletzen, in dem sie foltern. Lasst Euch nicht zu Handlangern machen. Verlasst die Armee!"

Elsa Rassbach, die bei der Demonstration für American Voices Abroad Military Project sprach, schilderte ihre Erfahrungen während eines dreimonatigen Aufenthaltes in den USA: "Agustin hat sich nach wenigen Wochen bei der Armee in Kalifornien selbst gestellt - und er erhielt für seine Kriegsgegnerschaft große Unterstützung von vielen Friedensorganisationen in den USA. Auch die Mehrheit der US-Bevölkerung sieht aufgrund der Ent­schei­dung von SoldatInnen wie Agustin, dass der Krieg gegen den Irak schnell beendet werden muss. Agustin, zu Deinem Geburtstag wollen wir Dir sagen: Du stehst nicht alleine."

"Aguayo versucht", so Michael Sharp vom Military Counseling Network, einer in Bammental ansässigen Beratungsstelle für US-Soldaten, "seit fast drei Jahren als Kriegs­dienst­ver­weigerer anerkannt zu werden. Trotz positiver Stellungnahmen seiner direkten Vorgesetzten lehnte das Militär seinen Antrag ohne Begründung ab. Über die Klage von Aguayo hatte das US-Beru­fungs­gericht für den Bezirk Columbia zuletzt am 21. November 2006 verhandelt, aber vorläufig keine Ent­schei­dung getroffen. Damit erst hatte das Gericht den Weg für das Militär freigemacht, strafrechtlich gegen Agustín Aguayo vorzugehen."

Die Demonstranten forderten Aguayos Freilassung aus der Haft und seine Anerkennung als Kriegs­dienst­ver­weigerer.

Connection e.V.: Bericht vom 18. Dezember 2006. Die Aktion wurde durchgeführt von Connection e.V., Military Counseling Network (MCN), American Voices Abroad (AVA) Military Project, Stop the War Brigade und DFG-VK Baden-Württemberg

Stichworte:    ⇒ Agustin Aguayo   ⇒ Aktionsberichte   ⇒ Deutschland   ⇒ Haft   ⇒ Kriegsdienstverweigerung   ⇒ USA