Aus der Arbeit von Connection e.V.

September und Oktober 2008

von Franz Nadler und Rudi Friedrich

Türkei

Im Oktober ging mit Ahmet Karaya ein weiterer Kriegs­dienst­ver­weigerer mit einer Kundgebung im Zentrum der Hauptstadt Ankara an die Öffentlichkeit. Er führte in seiner Begründung vor allem ökologische Gründe an. Er hatte sich seit Jahren dem Militärdienst entzogen und sich jetzt zur öffentlichen Verweigerung entschlossen.

Nach der Kundgebung wurde er festgenommen, aber nicht dem Militär überstellt, sondern nach einer Identitätsfesstellung wieder freigelassen. Er erwartet nun eine Anklage wegen „Distanzierung des Volkes vom Militär“.

Ahmet Karayay wollte aber die Auseinandersetzung mit dem Militär und ging folglich wenige Tage später direkt zum Militärbüro, um sich zu stellen. Dort gab es viel Hektik und Anrufe beim Generalstab. Man händigte ihm schließlich einen Militärausweis und einen Marschbefehl aus. Er solle sich am Mittwoch, den 15. Oktober, bei seiner Einheit in Tokat melden.

Dieser Aufforderung kam Ahmet Karayay zunächst nicht nach. Er wird dies aber bald mit Unterstützung von FreundInnen und AnwältInnen tun. Dann wird es notwendig sein, schnell zu reagieren, weil wir damit rechnen müssen, dass er im Arrest oder im Militärgefängnis misshandelt wird, wie dies auch bei anderen Verweigerern geschehen ist. Ihm droht auch wiederholte Strafverfolgung wegen seiner Kriegs­dienst­ver­weigerung.

Immer wieder hatten wir in unseren Rundbriefen über die Situation der Kriegs­dienst­ver­weigerer in der Türkei berichtet. Aus Anlass der diesjährigen Buchmesse mit dem Schwerpunkt Türkei haben wir nun die Beiträge der letzten drei Jahre in einer Broschüre zusammengestellt: „Kriegs­dienst­ver­weigerung in der Türkei - Widerstand der Mutigen“. Sie gibt einen guten Überblick.

Ver­an­stal­tungs­reihe zum Kaukasuskrieg

Im letzten Rundbrief „KDV im Krieg“ hatten wir bereits angekündigt, eine Ver­an­stal­tungs­reihe zur Situation in der Russländischen Föderation durchzuführen. Nun konnten wir uns mit dem Referenten Vadim Damier auf einen konkreten Termin einigen: 1.-13. Februar 2009.

Vadim Damier ist aktiv in der Gruppe der Föderation der Arbeitenden in Erziehung, Wissenschaft und Technik, die sich auch zum Kaukasuskrieg geäußert hatte: „Wie immer und überall in Konflikten zwischen Staaten gibt es in diesem neuen Kaukasuskrieg keine gerechte Seite. Die Glut, die jahrelang geschürt wurde, ist nun zu einem militärischen Brand entflammt.“ Mit der Ver­an­stal­tungs­reihe wollen wir einen anderen Blick auf die dortige Situation ermöglichen, als hier über die Medien vermittelt wird. Eine Information liegt bei. Weiteres findet sich bei uns im Internet unter www.Connection-eV.org oder kann bei uns bestellt werden.

Neue Website unter alter Adresse

Unsere neue Website geht unter der alten Adresse www.Connection-eV.org am 20. November an den Start, voraussichtlich bereits mit allen Beiträgen der letzten drei Jahre. Seit Mitte des Jahres haben wir an einem Neuaufbau und einer Neugestaltung gearbeitet. Ist es uns gelungen? Besuchen Sie uns doch einmal online.

Im vergangenen Jahr hatten wir etwa 200.000 Besucher und Besucherinnen auf unserer online-Plattform. Sie sollen nun mit einer neuen Gestaltung und neuen Funktionen besser die Aktionen, Projekte und Veranstaltungen finden können. Darüber hinaus bieten wir auch wesentlich bessere Suchmöglichkeiten an, auch nach Themen, Ländern und Stichworten.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir noch einmal darauf hinweisen, dass wir einen eMail-Newsletter anbieten, um die aktuellsten Meldungen und Veranstaltungshinweise von Connection e.V. auch zeitnah versenden zu können. Über die neue Homepage können sich gerne all diejenigen dafür eintragen, die ihn bislang noch nicht beziehen.

Der Beitrag erschien im Rundbrief »KDV im Krieg«, November 2008.

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