Serbien & Montenegro: Kriegsdienstverweigerer verurteilt

von Igor Seke und War Resisters International

(16.12.2003) Nikola Kovacevic, Belgrad, hatte im Mai 2003 seine Anerkennung als Kriegs­dienst­ver­weigerer beantragt. Er wurde (noch vor der Einführung eines zivilen Militärdienstes) zu einem Dienst ohne Waffen in der Wirtschaftseinrichtung des Militärs Karadjordjevo einberufen. Unter anderem wurde er dort dazu gezwungen, in der Schlachterei zu arbeiten, was er mehrmals verweigerte. Am 1. August 2003 wurde ihm der Vorschlag unterbreitet, zu einer anderen Wirtschaftseinrichtung des Militärs in Batajnica in der Nähe von Belgrad versetzt zu werden. Er erhielt ein Wochenende frei und fuhr nach Hause. An diesem Wochenende wurde er darüber informiert, dass es keine Versetzung geben würde und er nach Karadjordjevo zurückzukehren habe. Statt dem nachzukommen, blieb er zu Hause.

Erst suchte ihn die Militärpolizei im Haus seines Vaters, am 5. Dezember 2003 suchten sie ihn zu Hause auf und sagten ihm, dass sie ihn zurück nach Karadjordjevo bringen würden. Stattdessen brachten sie ihn zum Militärgericht nach Belgrad.

Am 12. Dezember verurteilte das Gericht Nikola Kovacevic zu drei Monaten auf Bewährung und entließen ihn aus der Haft.

Zusammengestellt aus eMails von Igor Seke und War Resisters’ International vom 5. und 16. Dezember 2003. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Januar 2004.

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