Deutschland 

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Buchtitel von Hannah Brinkmann

Deutschland: Das Schicksal eines Kriegsdienstverweigerers

Grafische Erzählung über Hermann Brinkmann und seine Zeit

(01.12.2020) Ende der 1960er Jahre stieg die Zahl der Anträge zur Kriegsdienstverweigerung deutlich an. 1966 waren es noch 4.431, zehn Jahre später waren es bereits 40.618. Die Studentenbewegung und die Proteste gegen den Vietnamkrieg waren wesentliche Gründe für viele junge Männer, nun ihre Kriegsdienstverweigerung zu erklären. Sie hatten, wie Hermann Brinkmann, ein Prüfungsverfahren vor einem Ausschuss zu durchlaufen, das im Kreiswehrersatzamt stattfand. Vorsitzender war ein Jurist der Bundeswehrverwaltung. Das Prüfungsverfahren unterlag also dem Militär. Und das spiegelt sich auch bei den Anerkennungszahlen wider. 1973, das Jahr, in dem Hermann Brinkmann abgelehnt wurde, wurde nicht einmal die Hälfte der Antragsteller anerkannt. Wenn Kriegsdienstverweigerer auch im zweiten Verfahren abgelehnt wurden, mussten sie zum Militär gehen, ungeachtet dessen, dass ihnen noch ein drittes Verfahren vor einem Zivilgericht zur Verfügung stand.

Rundbrief »KDV im Krieg« - November 2020

Rundbrief »KDV im Krieg«, November 2020

Inhaltsverzeichnis

(23.11.2020) In der Ausgabe November 2020 des Rundbriefes »KDV im Krieg« befinden sich Beiträge zur antimilitaristischen Arbeit, zu Rekrutierung, Verweigerung und Asyl zur Arbeit von Connection e.V., zu Armenien und Aserbaidschan, zur Türkei, zu Syrien, Deutschland, Israel und Turkmenistan.

Syrien: EuGH stärkt Kriegsdienstverweigerer bei Asyl

(19.11.2020) Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass im Kontext des Bürgerkriegs in Syrien eine starke Vermutung dafür spricht, dass die Weigerung, dort Militärdienst zu leisten, mit einem Grund in Zusammenhang steht, der einen Anspruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft begründen kann. In vielen Fällen sei diese Weigerung nämlich Ausdruck politischer oder religiöser Überzeugungen oder habe ihren Grund in der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, so der EuGH.

Nicht nur Familienfrage, sondern eine des ganzen Landes

Rezension von "Gegen mein Gewissen" in der FAZ

(06.11.2020) Dass sich eine junge deutsche Comiczeichnerin heute für die Frage von Kriegsdienstverweigerern interessiert, durfte man aus mehreren Grünen für unwahrscheinlich handeln. Es gibt gar keine Wehrpflicht mehr in Deutschland, als es sie noch gab, betraf sie nur Männer, und die wirklich harte gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Frage liegt ungefähr vier bis fünf Jahrzehnte zurück. Trotzdem hat sich Hannah Brinkmann, Jahrgang 1990, des Themas angenommen. Der Grund dafür ist entgegen allen Erwartungen autobiographisch: Ihr Onkel Hermann wollte 1973 den Kriegsdienst verweigern, kam damit aber nicht durch. Nach dreieinhalb Monaten als Soldat brachte er sich um.

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