Europa 

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Foto: Jim Black auf Pixabay

24.9.: EU-Grenzregime versus Menschenrechte

Fr., 24. September 2021, 19 h

Stadtbibliothek Offenbach

Herrnstr. 84, 63065 Offenbach

Das Lager Moria auf Lesbos wurde im letzten Jahr Sinnbild für eine Flüchtlingspolitik der Europäischen Union, die auf Abwehr setzt und die eigenen menschenrechtlichen Grundsätze verrät. Angedeutet hatte sich dies allerdings auch schon durch das Abkommen der Europäischen Union mit der Türkei, das nun fünf Jahre besteht.
Mit Beiträgen von der auf Lesbos lebenden Journalistin Franziska Grillmeier, Dominik Meyer von Pro Asyl sowie einem Filmausschnitt und der Ausstellung „Grenzerfahrungen“ wollen wir die Entwicklungen der letzten Jahre an den EU-Außengrenzen am Beispiel von Türkei und Griechenland aufzeigen. Wie wirkt sich die Migrationspolitik der Europäischen Union auf die Lage der Flüchtlinge aus? Welche Folgen hat diese Politik auf menschenrechtliche Standards? Und nicht zuletzt: Was können wir von hier aus tun, um Flüchtlinge zu unterstützen?

Für die Stadtbibliothek besteht eine 3G-Nachweispflicht und Kontaktdaten müssen erfasst werden.

Eine Veranstaltung zum Tag des Flüchtlings 2021 im Rahmen der Interkulturellen Woche Offenbach von NaturFreunde – Ortsgruppe Offenbach, attac - Region Offenbach, Pax Christi Gruppe Offenbach, Connection e.V., Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Offenbach, Bunt statt Braun - Stadt und Kreis Offenbach. Die Veranstaltung findet statt gemäß den geltenden Corona-Regeln. 

Kriegsdienst­verweigerung in der Türkei

Kurzbeschreibung und Inhalt der Broschüre

(15.05.2021) In der Türkei hatten Anfang der 1990er Jahre die ersten öffentlich ihre Kriegsdienstverweigerung erklärt und sind gegen Krieg, Militär und Zwangsdienst aufgestanden. Weit über 1.000 haben sich ihnen inzwischen angeschlossen und öffentlich ihre Kriegsdienstverweigerung erklärt. Darüber hinaus haben sich Hunderttausende auf andere Art und Weise der Wehrpflicht entzogen oder sind untergetaucht. Einige Hundert haben aufgrund der drohenden Verfolgung im Ausland Asyl gesucht. Die Türkei ist inzwischen das einzige Mitgliedsland des Europarates, das das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht anerkennt.

Diese Broschüre erscheint zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung 2021 in viersprachiger Ausgabe 30 Jahre nach den ersten öffentlichen Verweigerungserklärungen. Sie zieht Resümee, beschreibt die Solidaritätsarbeit für die Kriegsdienstverweigerungsbewegung aus dem Ausland und sie lässt Verweigerer zu Wort kommen, die zum Teil über Jahre hinweg in der Türkei aktiv waren und nun ins Exil gegangen sind.

Download: https://www.Connection-eV.org/pdfs/kriegsdienstverweigerung-tuerkei-2021.pdf

Verweigerungsaktion 2014. Militarismus tötet. Foto: Vicdani Ret Derneği

Geschichte der Kriegsdienstverweigerung in der Türkei

(15.05.2021) Der Kampf für die Kriegsdienstverweigerung begann mit den Erklärungen von Tayfun Gönül am 6. Dezember 1989 und von Vedat Zencir am 6. Februar 1990, die beide in der Zeitschrift Sokak (Straße) veröffentlicht wurden.1 Angesichts der in den Jahren 1989 und 1990 bestehenden Gewalt, dem Konflikt und Krieg, verbunden mit Massakern, nicht identifzierten Tätern, einer staatlichen Politik alltäglicher Folter und einer Rhetorik, die vom „Heimatland Nation“ sprach, war es sehr bedeutsam, dass zwei türkische Personen an die Öffentlichkeit gingen und sagten: „Ich gehe nicht zum Militär“. Damit stellten sie sich gegen all diese Politik der Gewalt und des Krieges.

Grundgesetzartikel am Berliner Bundestag

Wie es ist in Europa als Kriegsdienstverweigerer aus der Türkei?

(15.05.2021) Ich heiße Beran Mehmet İşçi. Ich komme aus der Türkei und bin kurdischer Herkunft (Zaza1). Ich bin Kriegsdienstverweigerer, Autor und Poet. Im November 2018 erklärte ich in der Türkei meine Kriegsdienstverweigerung. Aufgrund der dortigen Situation musste ich mich eine Weile verstecken. Es war aber immer die Frage, wie ich mein Leben weiter fortsetzen könnte. Da ich keine andere Möglichkeit mehr sah, beschloss ich schließlich, nach Europa zu gehen, um Asyl zu beantragen. Im Februar 2019 erreichte ich Deutschland und beantragte Asyl.