Kriegsdienstverweigerer berichten 

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Beispiel Türkei: Kriegsdienstverweigerer suchen Schutz in Deutschland

Video der Veranstaltung vom 10.12.2021 jetzt online

(14.01.2022) Die Türkei ist das einzige Land des Europarates, das die Kriegsdienstverweigerung nicht akzeptiert. Verweigerer sind dort der Rekrutierung zum Militär und Kriegseinsatz sowie der Strafverfolgung ausgesetzt. Letztlich werden sie dazu gezwungen, über Jahrzehnte ein Leben im Geheimen zu führen.

Onur Erden und Beran Mehmet İşçi haben sich daher entschieden, nach Deutschland zu fliehen. Sie haben hier politisches Asyl beantragt. Das Bundesamt für Migration jedoch lehnte beide Anträge ab. In unserer Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte berichteten sie über ihre Motivation zur Kriegsdienstverweigerung und ihre Situation in der Türkei und Deutschland.

Ergänzt wurde dies zum einen durch Hintergrundinformationen von Rudi Friedrich von Connection e.V. zu Kriegsdienstverweigerung in der Türkei und Asyl für Verweigerer. Zum anderen schilderte der Landtagsabgeordnete der Grünen Bayern, Cemal Bozoğlu, mehr zur aktuellen politischen Situation in der Türkei.

Moderation: Stephan Dünnwald, Bellevue di Monaco

Link zum Video: https://youtu.be/-U-P9CxDCv4

Türkei: Verfolgung, Flucht und Solidarität

Eine Buchempfehlung

(11.01.2022) Ilhami Akter wurde 1972 in einem Dorf im Taurus-Gebirge im Osten der Türkei geboren - als jüngster Sohn einer kurdischen Familie. Schon als Kind erlebte er die brutale Unterdrückung der Kurden. Auf Beschluss der Familie floh er mit 17 Jahren nach Deutschland. Nach der Ablehnung seines Asylantrags lebte er zwei Jahre als illegaler Flüchtling in Deutschland. 1995 wurde sein zweiter Asylantrag positiv beschieden. 2009 erlangte er die deutsche Staatsbürgerschaft. Er lebt in Hamburg und arbeitet dort als selbstständiger Taxiunternehmer.

Oren Feld, Credit: Ore Cherbelis Hod

Israel: Zu 14 Tagen Haft verurteilt wegen der Weigerung, der Besatzung zu dienen

(22.11.2021) Hallo, mein Name ist Oren Feld. Ich bin 29 Jahre alt, lebe in Jerusalem und bin Kunststudent. Ich leite einen Verein für Sozialarbeit und bin aktiv in der Partei Hadash (Demokratische Front für Frieden und Gleichberechtigung) in Jerusalem. Nach 14 Tagen Haft wurde ich gerade aus dem Militärgefängnis entlassen. Ich war verurteilt worden, weil ich mich geweigert hatte, meinen Reservedienst beim israelischen Militär abzuleisten.

Kevin Benderman: "Warum bewachen wir ein Ölfeld?"

US-Kriegsdienstverweigerer Kevin Benderman berichtet im Podcast

(02.11.2021) Der ehemalige Sergeant Kevin Benderman berichtet über seine Erfahrungen im Irak, die Ungereimtheiten der US-Mission im Nahen Osten und seine Versuche, seine militärische Karriere mit seiner Entwicklung als Kriegsdienstverweigerer in Einklang zu bringen. Er versuchte, den Buchstaben des Gesetzes zu folgen, und büßte das mit 15 Monaten Gefängnis, eine Strafverfolgung durch die Armee, die an ihm ein Exempel statuierte.