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Gewaltfreie Kämpfe um Existenzgrundlagen und Weltweiter Militarismus: Verbindungen & Strategien
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Gewaltfreie Kämpfe um Existenzgrundlagen und Weltweiter Militarismus: Verbindungen & Strategien

 

Aktivitäten, Projekte, Berichte
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Zum Weiterlesen

(15.04.2016) 
Max Bearak: Hunderttausende fliehen aus Eritrea - Ein Massaker zeigt, warum
(12.12.2015) 
Eritreische Antimilitaristische Initiative zu Abraham Mehreteab - "Wir erinnern uns in tiefer Trauer"
(10.12.2015) 
Rudi Friedrich: Abraham Mehreteab - Ein Nachruf auf den Aktivisten der Eritreischen Antimilitaristischen Initiative
(11.05.2014) 
„In tiefer Überzeugung, dass die Probleme, Bemühungen und Lösungen in eritreischer Hand liegen“ - Gemeinsame Erklärung von EritreerInnen aus Afrika, Australien, Europa und Nord-Amerika
(15.02.2013) 
Connection e.V.: Eritrea: Informationsministerium besetzt
(01.11.2011) 
Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod - Kurzbeschreibung und Inhalt der Broschüre
(17.09.2011) 
ኣብ ኤርትራ ናይ ፖለቲካዊ እሱራት ይፈተሑ፡ ሰብኣዊ መሰላት ይከበር - pdf-file
(17.09.2011) 
ﺍﻱﺭﺕﻱﺭﺃ ﻱﻑ ﻥﺍﺱﻥﺇﻝﺍ ﻕﻭﻕﺡ ﻡﺍﺭﺕﺡﺍﻭ ﻥﻱﻱﺱ - pdf-file
(17.09.2011) 
Freiheit für die politischen Gefangenen und Einhaltung der Menschenrechte in Eritrea - pdf-Datei des Aufrufes
(17.09.2011) 
Eritrea: Freiheit für die politischen Gefangenen und Einhaltung der Menschenrechte - Aufruf
(16.09.2011) 
Bildergalerie: Für die Menschenrechte in Eritrea - Kundgebung und Demonstration
(15.06.2011) 
Yohannes Kidane: Recht auf Asyl und Schutz von Kriegsdienstverweigerern - Bericht über die Internationale Ökumenische Friedenskonvokation
(15.09.2010) 
Broschüre: Eritrea - Desertion, Flucht & Asyl - Kurzbeschreibung und Inhalt
(15.09.2010) 
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(09.09.2010) 
Yohannes Kidane: Fluchtgründe brauchen Anerkennung - Beitrag zur Pressekonferenz
(09.09.2010) 
Yonas M.: Meine Zeit im Untergrundgefängnis in Wi’a - Ein eritreischer Deserteur berichtet auf der Pressekonferenz
(09.09.2010) 
Petros M.: Wir fordern Entschuldigung und Entschädigung - Eritreischer Deserteur berichtet auf der Pressekonferenz über die Abschiebung aus Deutschland
(09.09.2010) 
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(09.09.2010) 
Yohannes Kidane, Eritrean Antimilitarist Initiative: Eritrea: The fact that the flight itself might cost the refugees lives, is telling - Statement to press conference "Eritrean deserters report about imprisonment and torture"
(08.09.2010) 
Pro Asyl: Einige Zahlen zu eritreischen Flüchtlingen weltweit, in Europa, in Deutschland
(07.09.2010) 
Rudi Friedrich: Eritrea: Politische Verfolgung von Desertion und Verweigerung
(05.09.2010) 
Abraham Mehreteab: Gibt es einen sicheren Ort für eritreische Flüchtlinge?
(10.01.2010) 
Sudan Tribune: Eritrea: Libyen bereitet mit eritreischen Behörden Abschiebung von Flüchtlingen vor
(01.05.2009) 
Eritrea: Berichte und Interviews aus dem Jahr 2009
(01.03.2009) 
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(16.02.2009) 
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(01.07.2008) 
Persönliche Flüchtlingsberichte - Aktive der EAI und andere erzählen
(30.05.2008) 
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(10.05.2008) 
Rudi Friedrich: Fast 100 Personen protestierten gegen die drohende Abschiebung eritreischer Deserteure
(09.05.2008) 
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(05.04.2007) 
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(01.07.2006) 
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(01.06.2006) 
Veranstaltungsreihe "Gegen Krieg und Diktatur in Eritrea" - Dokumentation im pdf-Format
(01.05.2006) 
Gegen Krieg und Diktatur in Eritrea - Broschüre, Mai 2006
(30.04.2006) 
Connection e.V.: Protestaktion vor dem Ledermuseum - Connection e.V. weist während der "Nacht der Museen" auf massive Menschenrechtsverletzungen in Eritrea hin
(29.04.2006) 
Bildergalerie: Protestaktion zur »Nacht der Museen« wegen Ausstellung zu Eritrea
(28.04.2006) 
Flugblatt: Aktion zur Menschenrechtslage in Eritrea - Die Heuchelei der Diktatur
(27.04.2006) 
Deutsches Ledermuseum (DLM) zieht Angebot zurück - Connection e.V. zeigt Schautafeln zur Menschenrechtssituation in Eritrea vor DLM
(23.04.2006) 
Connection e.V.: Protest zur Ausstellungseröffnung im Ledermuseum - Eritreische Antimilitaristische Initiative fordert ein Ende der Diktatur
(22.04.2006) 
Bildergalerie: Protestaktion vor dem Ledermuseum in Offenbach/Main
(01.12.2005) 
Eritreische Antimilitaristische Initiative: "Sagt Nein zum drohenden Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien!"
(01.12.2005) 
Rudi Friedrich: "Kriegsdienstverweigerer seit über einem Jahrzehnt in Haft" - Stellungnahme zum Tag der Gefangenen für den Frieden
(08.11.2005) 
Verwaltungsgericht Frankfurt: Flüchtlingsschutz für eritreischen Deserteur gewährt
(17.07.2005) 
Gedab News: Tausende von eritreischen Eltern inhaftiert
(01.05.2005) 
Eritreische Antimilitaristische Initiative (EAI)
(14.04.2005) 
Abraham Gebreyesus Mehreteab: Eritrea: Für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung - Beitrag für die UN-Menschenrechtskommission
(05.03.2005) 
Eritrea und Kriegsdienstverweigerung - Interview mit Yohannes Kidane
(01.03.2005) 
Eritrea: Conscientious Objection and Desertion - Booklet, March 2005
(03.12.2004) 
Menschenrechtsgruppe Snit-Selam: Eritrea: Protest gegen Razzien zur Zwangsrekrutierung - Flugblatt zur Aktion in Frankfurt/M.
Howard Hughes: Der Militärkomplex in Eritrea
(01.11.2004) 
Eritrea: Kriegsdienstverweigerung und Desertion - Broschüre, November 2004
(19.09.2004) 
Yohannes Kidane: Kriegsdienstverweigerung in Eritrea
(04.06.2004) 
Weldu Habtemicael: Eritrea: „Nach der Befreiung erkannten wir nicht das wahre Gesicht der Regierung“
(28.05.2004) 
Bisrat Habte Micael: Eritrea: „Ich hatte die Nase voll vom Krieg“

Gewaltfreie Kämpfe um Existenzgrundlagen und Weltweiter Militarismus: Verbindungen & Strategien

Konferenz der War Resisters International in Ahmedabad (Indien)

von Abraham Mehreteab

Aktivisten für Gewaltfreiheit aus 32 Ländern prangerten die durch das vorherrschende Entwicklungsmodell ausgelösten Vertreibungen und die mit ihr verbundene Gewalt an. Sie trafen sich auf der Konferenz der War Resisters‘ International (WRI) in Ahmedabab. Dort hatte die WRI gemeinsam mit den indischen Organisationen Gujarat Vidyapith, Gujarat Sarvodaya Mandal und Sampoorna Kranti Vidyalaya eine Konferenz vorbereitet, um die Beziehungen zwischen Krieg, Kriegsprofiten und dem derzeit verfolgten Entwicklungsmodell zu analysieren. Etwa 175 TeilnehmerInnen aus 32 Ländern folgten der Einladung.

Afrika ArbeitsgruppeIn einer Pressemitteilung stellte die WRI fest, welch erstaunliche Parallelen es auf der ganzen Welt gibt. Menschen, die in unzähligen Kämpfen engagiert sind, decken die unwiderlegbaren Verbindungen zwischen „Entwicklung“, Ausbeutung der Ressourcen und Industrialisierung, Waffenproduktion und Handel, Militarismus und Kriegsprofiten auf der einen Seite und der Vertreibung, dem Verlust der Lebensgrundlagen, Bedrohung traditioneller Lebensstile und der staatlichen Gewalt auf der anderen Seite auf. Es fügt der gequälten Bevölkerung unermessliches Leid zu, seien sie nun Bauern, Arbeiter, Adivasi (Selbstbezeichnung der Hindi), Fischer oder Tagelöhner. Diese Gemeinschaften werden so in einen Überlebenskampf gezwungen. Das ist nicht nur für Indien festzustellen, sondern in vielen Teilen der Welt: in Kolumbien oder Paraguay in Südamerika, in West-Neuguinea im Pazifischen Ozean, in Kongo oder Eritrea in Afrika.

Auf der Konferenz der WRI gab es Plenen und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen. Die TeilnehmerInnen setzten diese in ihren Diskussionen in Beziehung zu Gewaltfreiheit und ähnlichen Aktionsformen.

TeilnehmerInnen aus Orissa (Indien) beschrieben die Vertreibung der Gemeinschaften von Adivasi in verschiedenen Teilen des Staates aufgrund der Ausbeutung von Rohstoffen, wie auch die drohende Zerstörung der Umwelt durch Vedanta/Sterlite in den Bergen von Niyamgiri, von Hindalco in Kashipur und durch verschiedenen Stahlwerke in Kalinganagar. Bauxitminen und die Aluminiumindustrie nehmen eine entscheidenden Platz im militärisch-industriellen Komplex ein.

Einige KonferenzteilnehmerInnen kamen aus der Demokratischen Republik Kongo, einem Land, das wie kein anderes von der Ausbeutung der Rohstoffe betroffen ist. Sie heizt die Konflikte im Land an und hat Folgen für die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Ein besonders wichtiger Zweig ist die Ausbeutung von Coltan, einem Mineral, das für die Produktion von Mobiltelefonen notwendig ist. Ein großer Teil der Minenarbeiter sind Kinder. Der Kampf zwischen den verschiedenen Gruppen um die Förderung des Minerals hat zu schrecklichen Verbrechen geführt und trägt zur Grausamkeit des Bürgerkriegs in der Demokratischen Republik Kongo bei.

Maguiorina Balbuena, eine Vertreterin von CONAMURI (Nationale Koordination der Land- und Indigenaarbeiterinnen in Paraguay) berichtete von den katastrophalen Auswirkungen der Agrarindustrie für 70.000 Arbeiterinnen. Jeder ist sich der mehr als 150.000 Selbstmorde von Bauern im letzten Jahrzehnt in Indien allzu bewusst.

Die PalästinenserInnen, die sich seit Jahrzehnten einer brutalen und alles erstickenden Besatzung des israelischen Militärs gegenübersehen, sind von den systematischen Bemühungen betroffen, sie von ihrem angestammten Land zu vertreiben.

Der lange währende Konflikt in Kolumbien hat Auswirkungen auf allen Ebenen der kolumbianischen Gesellschaft. AktivistInnen aus Kolumbien berichteten auf der Konferenz über ihre Arbeit zur Unterstützung von durch den Konflikt Vertriebenen. Hier sind auch städtische Gruppen aktiv, die mit vom Land vertriebenen Menschen arbeiten. Der Konflikt führt zu heftigen und spezifischen Opfern gerade auch bei Frauen, deren Körper als Schlachtfeld benutzt wird: Sie werden vergewaltigt und leiden unter sexuellen Erniedrigungen, die als Einschüchterung oder Vergeltung gegen sie oder die Männer in ihren Gemeinschaften ausgeübt werden.

Eine Arbeitsgruppe wurde von der Afrikagruppe der WRI organisiert, vor allem von Matt Meyer und Elavie aus den USA. Sie werteten die bisherigen Aktivitäten aus und diskutierten über die gegenwärtige Situation auf dem Kontinent. Matt Meyer und Elavie stellten ihr Buch Seed of New Hope vor, das sie 2009 gemeinsam herausgegeben hatten. Das Buch beschäftigt sich, ausgehend von den Prinzipien der WRI, mit entsprechenden Themen und Fragestellungen in Afrika. Die TeilnehmerInnen aus Südafrika, der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Benin, Mauritius, Zimbabwe sowie aus den USA und West-Neuguinea begrüßten die Initiative von Matt Meyer und Elavie. Die TeilnehmerInnen beschlossen, enger zusammenzuarbeiten und wählten drei KoordinatorInnen.

Die Ausgaben für Waffenproduktion und für die Handelsblase sind überall auf der Welt außer Kontrolle. Ein beträchtlicher Teil der Bruttoinlandsprodukte wird dafür aufgewendet, zum Schaden der Menschen. Die fortschreitenden Gewaltspiralen in Palästina, Jammu & Kaschmir, Sudan, Eritrea, Irak, Afghanistan und an anderen Orten trifft am Stärksten die Arbeitenden und Besitzlosen. Während über einige von ihnen in den Medien berichtet wird, gibt es keine Aufmerksamkeit für die dortigen Widerstandsbewegungen der Bevölkerung und der gewaltfreien AktivistInnen.

Die Konferenz in Ahmedabad war eine gute Möglichkeit, eine andere Kultur zu erleben und hoch-qualifizierte ExpertInnen aus den verschiedensten Teilen der Welt zu treffen. Neben der inspirierenden Geschichte von Mahatma Gandhi war es erstaunlich zu sehen, was die indischen Organisationen tun, um die Bevölkerung von der Armut zu befreien und das Vermächtnis der Ungleichheit in ihrer Gesellschaft zu überwinden.

Die War Resisters’ International wurde 1921 gegründet. Sie ist ein Netzwerk von 80 Mitgliedsorganisationen aus etwa 40 Ländern. Alle Gruppen stehen hinter dem gewaltfreien Kampf als Mittel gegen Krieg und Militarismus, wie auch gegen Ungerechtigkeit, die zum Krieg führt.


Abraham Mehrteab: Nonviolent Livelihood Struggle and Global Militarism: Links & Strategies - WRI 2010 conference in Ahmedabad. 5. Februar 2010. Übersetzung: Rudi Friedrich und Thomas Stiefel. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe April 2010



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