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Angola: Dos Santos nahestehende Milizen greifen Aktivisten an
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Angola: Dos Santos nahestehende Milizen greifen Aktivisten an

Plakatmotiv der Veranstaltungsreihe

Veranstaltungsreihe

Waffenexporte ins südliche Afrika:

Ein Geschäft mit dem Tod

Neue Termine im Herbst 2012

17.-21. Juni 2012

26. Februar bis 9. März 2012

7.-18. November 2011

Übersicht der Veranstaltungstermine


Zum Weiterlesen

(24.11.2012) 
Connection e.V., Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel! und Informationsstelle Südliches Afrika: Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod - Überblick über die Veranstaltungstermine 2011 und 2012
(22.11.2012) 
Bildergalerie: Stuttgarter Friedenspreis an die "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!"
(22.11.2012) 
Vortrag über Waffenexporte "Made in Germany" - Bericht der WAZ über Veranstaltung des Friedenskreises Lünen
(06.10.2012) 
Starkenburger Echo: Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod
(15.06.2012) 
Keine Waffenexporte nach Angola! - Unterstützt die Demokratie-Bewegung! - Flyer von IAADH - pdf-Vorlage
(20.05.2012) 
Friedensplenum Mannheim: Friedensaktive konfrontieren Kanzlerin Merkel beim Katholikentag in Mannheim mit dem Rüstungsexportverbot
(03.05.2012) 
Angola: "Wir wollen Betrug verhindern" - Interview mit Filomeno V. Lopes in Jungle World
(13.03.2012) 
News24: Angola: Milizen des Regimes von Dos Santos gehen brutal gegen friedliche Demonstranten vor
(12.03.2012) 
Menschliche Katastrophen durch Waffenexporte - Veranstaltungsbericht zu Idstein - Link zum Wiesbadener Tagblatt
(12.03.2012) 
Committee to Protect Journalists (CPJ): Angolanische Polizei durchsucht Büros von Wochenzeitung - Computer von Folha 8 werden beschlagnahmt
(03.03.2012) 
Das deutsche Geschäft mit dem Tod - Veranstaltungsbericht aus Kirchheim/Teck - Link zu Der Teckbote
(02.03.2012) 
Protest tegen Duitse wapenexport: "Von Deutschland geht Krieg aus" - Bericht aus Aachen - Link zu De Wereld Morgen, Belgien
Emanuel Matondo - Zur Person
(14.12.2011) 
Emanuel Matondo: „Es geht um sehr viel“ - Interview zur Veranstaltungsreihe "Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod"
(09.11.2011) 
Sönke Hundt: Waffenexporte nach Angola – ein Geschäft mit dem Tod - Veranstaltungsbericht aus Bremen
(08.11.2011) 
Robert Hülsbusch: Aktion Aufschrei: Emanuel Matondo appellierte an die Politik: „Stoppt die Waffengeschäfte!“ - Veranstaltungsbericht aus Nottuln
(07.11.2011) 
Connection e.V.: Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod - Film zur Veranstaltungsreihe
(01.11.2011) 
Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod - Kurzbeschreibung und Inhalt der Broschüre
(01.11.2011) 
Vorwort zur Broschüre "Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod"
(01.11.2011) 
Rudi Friedrich: Südafrika: Chronologie eines Waffengeschäfts
(01.11.2011) 
Rudi Friedrich: Namibia: Ausstattungshilfe der Bundeswehr
(01.11.2011) 
Rudi Friedrich: Waffenexporte und Flucht
(01.08.2011) 
Emanuel Matondo: Kriegsschiffe für strategische Partnerschaft? - Rüstungsexporte aus Deutschland nach Angola
(21.07.2011) 
Angola: "Es geht um die Korruption" - Interview der Jungle World mit Emanuel Matondo
(01.12.2010) 
Emanuel Matondo: Angola: Hunger nach Atom und Macht
(19.08.2010) 
Emanuel Matondo: Mein Projekt als Bewegungsarbeiter der Bewegungsstiftung - Afrika: Gewaltfreier Widerstand gegen Krieg, Korruption und Unterdrückung
(10.07.2009) 
Emanuel Matondo: Angola: Aufrüstung und Korruption
Wir danken für die finanzielle Förderung durch den - Evangelischen Entwicklungsdienst (EED)
Wir danken für die Förderung durch den - Katholischen Fonds

Angola: Dos Santos nahestehende Milizen greifen Aktivisten an

von Rafael Marques

Eine Gruppe von 15 Personen, die regierungsnahen angolanischen Milizen angehören, haben mit Pistolen, Macheten und Eisenstäben eine Gruppe von jungen Menschen angegriffen, die seit März 2011 Demonstrationen gegen den Präsidenten José Eduardo Dos Santos koordiniert hatten. Die Präsidentschaftszeit von Dos Santos ist mit 32 Jahren die längste in Afrika.

Am vergangenen Dienstag kurz nach 10 Uhr Abends stürmten die Angreifer im Viertel Nielito Soares in Luanda in das Haus des Rap-Künstlers Casimiro Carbono, bei dem sich zehn Jugendliche versammelt hatten. Mit Pistolen in der Hand schlugen die Angreifer ein auf Gaspar Luamba, Américo Vaz, Mbanza Hamza, Tukayano Rosalino, Alexandre Dias dos Santos, Jang Nómada, Massilon Chindombe, Mabiala Kianda und Jeremias Manuel Augusto "Explosivo Mental". Der Gastgeber, Casimiro Carbono, entging dem Angriff, weil er kurz vorher zu einem Telefongespräch nach draußen gegangen war.

Der 26-jährige Afonso Mayanda, bekannt als „Mbanza Hamza“, sagte, dass der Angriff schnell und professionell ausgeführt worden sei, sobald die Tür offen war. „Sie schlugen mich mit einem Eisenstab auf den Kopf und am ganzen Körper und zielten mit Pistolen auf uns, damit wir uns nicht verteidigen“, sagte er. Mbanza Hama musste mit zwölf Stichen am Kopf genäht werden, zudem hat er einen Schädelbruch erlitten sowie einen Bruch am rechten Arm.

Auch Gaspar Luamba wurde mit einem Eisenstab schwer am Kopf getroffen. Er musste mit acht Stichen genäht werden und seine Arme sind gebrochen. Einer der regierungsnahen Schläger schlug auch Jang Nómada mit einer Eisenstange auf den Kopf und verletzte ihn schwer, neben den Verletzungen am ganzen Körper durch die erlittenen Schläge.

Der 25-jährige Rapper Jeremias Manuel Augusto „Explosivo Mental“ versuchte, die Schläge auf seinen Kopf abzuwehren und trug geschwollene Arme, einen gebrochenen Finger an seiner rechten Hand und Blutergüsse am ganzen Körper davon. Massilon Chindombe, der sich im Schlafzimmer verstecken wollte, sagte, dass einer der Angreifer eine Pistole auf ihn gerichtet hätte, als er die Tür zu schließen versuchte. „Wir sagten, wir rufen die Polizei, aber sie lachten nur und antworteten, ‚welche Polizei?‘“. Chindombe sagte, dass sie die Verwundeten danach ins Amério Boavida Krankenhaus gebracht hätten. „Luamba und Mbanza Hamza hatten viel Blut verloren und waren nahezu bewusstlos. Im Krankenhaus versuchte eine Krankenschwester Luamba ohne Narkose und ohne grundlegende hygienische Maßnahmen zu nähen. Wir mussten in eine private Klinik gehen.“

Zeugen erklärten, als die Milizen die Szene verlassen hätten, hätten sie drei Schüsse abgegeben, um die Nachbarn zu vertreiben, die sich auf der Straße versammelten. Sie seien in Toyota-Geländewagen weggefahren, die angeblich Polizisten der Nationalpolizei gehören. Bei verschiedenen kürzlich durchgeführten Demonstrationen, die von der Nationalpolizei zerschlagen wurden, hatte die Gruppe der Angreifer ihre Angriffe unter Polizeischutz durchgeführt. Einige Mitglieder wurden als Angehörige der Polizei identifiziert.

Seit Montag hatten die Organisatoren der Demonstrationen ein zweiwöchentliches Programm der oppositionellen Radiostation Rádio Despertar genutzt, um über die Protestaktionen zu sprechen und für die Meinungsfreiheit einzutreten. Carbono Casimiro sagte, dass sich die Aktivisten auf dem angegriffenen Treffen versammelt hatten, um „neue Strategien für das Radioprogramm zu beraten. Wir haben auch Probleme der internen Organisation und weitere Projekte diskutiert.“ Rádio Despertar sendet seit 2006, seit dem Friedensabkommen, mit dem die ehemalige Rebellenorganisation UNITA ihre Radiostation Voz do Galo Negro (Vorgan) in einen kommerziellen Sender umwandeln konnte. Der Sender darf nur in Luanda ausgestrahlt werden. Seine ausgesprochen regimekritische Linie hat die Zahl seiner Zuhörer erhöht.

Der Angriff in dieser Woche war bereits der zweite Überfall von Milizen in das Haus von Carbono Casimiro. Das erste Mal geschah es am 9. März dieses Jahres, als die Schläger Eisenstangen benutzten, um Casimiro und die Aktivisten Liberdade Sampaio, Catumbila Faz-Tudo "Caveira", Nelito Ramalhete und António Roque dos Santos anzugreifen, die eine Demonstration gegen Dos Santos am nächsten Tag vorbereiteten. Am 10. März zerschlugen die Angreifer gewaltsam eine Gruppe von 30 Demonstranten am Cazenga Tank in Luanda. Unter den schwer Verletzten befanden sich der Rapper Luaty Beirão "Ikonoklasta" und der Generalsekretär der Partei Bloco Democrático, Filomeno Vieira Lopes, der zur Behandlung nach Deutschland gehen musste. Zwei Tage später gab das staatliche angolanische Fernsehen, der Sender TPA, der angeblichen „Gruppe angolanischer Bürger für Frieden, Sicherheit und Demokratie in der Republik Angola“ enorm viel Sendezeit, in der sie sich für die Angriffe verantwortlich erklärten und mit weiterer Gewalt gegen diejenigen drohten, die gegen das Regime demonstrieren.

Zensur und Kontrolle des Senders TPA wird gewissenhaft von der Regierung von Dos Santos durchgesetzt. Das Lesen einer Erklärung von einer unbekannten Gruppe, die damit prahlt, die Verbrechen begangen zu haben, wäre niemals ohne die Zustimmung der Behörden erlaubt worden. Die regierungsnahen Extremisten beziehen ihre Inspiration von arabisch-fundamentalistischen Organisationen, um ihr Bild von Terror zu verbreiten.


Rafael Marques: Pro-Dos Santos Militias Attack Activists at Home, 23. Mai 2012. Übersetzung: rf. Quelle: http://makaangola.org/2012/05/milicias-pro-dos-santos-atacam/?lang=en



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