Maikel Nabil Sanad - © Christopher Schwarzkopf

Maikel Nabil Sanad - © Christopher Schwarzkopf

Ägyptischer Frühling – Zwischen Revolution und Militärherrschaft

Ver­an­stal­tungs­reihe mit dem Militärkritiker Maikel Nabil Sanad und seinem Bruder Mark Sanad, 21.-31. Mai 2012

von Connection e.V., Amnesty International, Bund für Soziale Verteidigung und DFG-VK Bildungswerk Hessen

(02.05.2012) (02.05.2012) Durch weitgehend gewaltfreie Massenproteste wurde im Februar 2011 der ägyptische Präsident Husni Mubarak entmachtet. Die Regierungsgeschäfte übernahm der Oberste Militärrat. Trotz der Ende 2011 durchgeführten Wahlen hält das Militär weiter die Macht in den Händen und ging nicht auf die Forderung ein, diese einem zivilen Gremium zu übergeben. Das soll erst nach der Präsidentschaftswahl geschehen, die am 23. und 24. Mai stattfinden soll.

Die Zweifel der Demokratiebewegung, ob es wirklich einen demo­kratischen Wandel geben wird, sind groß. Wichtige politische Ämter sind durch Angehörige der alten Regierung besetzt. Das Militär ging wiederholt gewaltsam gegen DemonstrantInnen vor. Tausende wurden verhaftet. Es ist noch völlig offen, wie das neue Ägypten aussehen wird.

Um eine Einschätzung darüber zu erhalten, haben wir die beiden Brüder Maikel und Mark Sanad für eine Ver­an­stal­tungs­reihe nach Deutschland eingeladen. Sie werden mit ihren kritischen Positionen zum Militär, den Aktivitäten in der Demokratiebewegung und ihrer Arbeit zu Kriegs­dienst­ver­weigerung und Men­schen­rechten ein differenziertes Bild über die Lage in Ägypten liefern.

Folgende Termine fanden statt

Mo., 21.5., 20.00 Uhr in Köln: Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, Eintritt: 5 €. Veranstaltet von: Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Köln und Friedensbildungswerk Köln

Di., 22.5., 19.00 Uhr in Bremen: Vortragssaal des Überseemuseums, Bahnhofsplatz 13. Veranstaltet von: Amnesty In­ter­na­ti­onal Bremen in Kooperation mit dem Bremer Informationszentrum für Men­schen­rechte und Entwicklung (biz). www.amnesty-bremen.de

Mi., 23.5., 19.00 Uhr in Berlin: taz Café, Rudi-Dutschke-Str. 23. Veranstaltet von: Amnesty In­ter­na­ti­onal Bezirk Berlin-Brandenburg, taz und Reporter ohne Grenzen

Do., 24.5., 19.00 Uhr in Hamburg: Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut, Edmund-Siemers-Allee 1, Ostflügel Raum 221. Veranstaltet von: Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hamburg, Amnesty In­ter­na­ti­onal Hamburg, Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, Studierende des Fachbereichs Vorderer Orient in Kooperation mit dem Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg

Fr., 25.5., 20.30 Uhr in Leipzig: Hörsaal des operativen Zentrums, Liebigstr. 20. Veranstaltet von: Amnesty In­ter­na­ti­onal Hochschulgruppe Leipzig

Mo., 28.5. ab 18 Uhr in Lahnstein/Niederlahnstein: 18.00 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in der Johanneskirche; 19.30 Uhr: Gespräch und Austausch im Haus Damian, Johannesstr. 36a (Nähe Johanneskirche, Gelände des Johannesgymnasiums). Veranstaltet von: Pax Christi Lahnstein

Di., 29.5., 19.00 Uhr in Mainz: DGB-Haus, Kaiserstr. 26-30. Veranstaltet von: attac Mainz, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Mainz, Fachbereich Frieden im Zentrum Ökumene der EKHN, Linkswärts und Pax Christi Bistumsstelle Mainz

Mi., 30.5., 19.30 in Landshut: Rochuskapelle, Orbankai 3. Veranstaltet von: amnesty in­ter­na­ti­onal Landshut, Friedensinitiative Landshut, Haus in­ter­na­ti­onal, Landshuter Arbeitskreis Partnerschaft mit der 3. Welt, Voice of Africa Landshut

Do., 31.5., 20 Uhr in Ravensburg: Mehrgenerationenhaus, Herrenstr. 43. Veranstaltet von: Amnesty In­ter­na­ti­onal Ravensburg/Weingarten und Pax Christi

Sa., 8.9., 18.00 Uhr in Münster im Rahmen des 40 Jahre Graswurzelrevolution-Kongresses: ESG, Breul 43. Veranstaltet von: Graswurzelrevolution, Bund für soziale Verteidigung, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Münster und Amnesty In­ter­na­ti­onal Münster

Unsere Referenten

Maikel Nabil Sanad kritisierte als Kriegs­dienst­ver­weigerer Anfang 2011 die Rolle des ägyptischen Militärs während und nach der Revolution und berichtete auf seinem Blog ausführlich über vom Militär verübte Men­schen­rechtsverletzungen. Er wurde daraufhin zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nach einer großen in­ter­na­ti­onalen Kampagne wurde er Anfang 2012 vorzeitig begnadigt.

Maikels Bruder Mark Sanad war in einer Solidari­tätsgruppe für Maikel in Kairo aktiv, die beharrlich für die Freilassung eintrat. Er hat wesentlich dazu beigetragen, die Verhaftung und Ver­ur­tei­lung von Maikel öffentlich zu machen und in­ter­na­ti­onale Unterstützung für ihn zu organisieren.

Träger der Veranstaltungsreihe sind Connection e.V., Amnesty International, der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und das Bildungswerk der DFG-VK Hessen.

Wir danken für die finanzielle Förderung durch den Evangelischen Entwicklungsdienst und den Katholischen Fonds.

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