Ägypten: Zur Erklärung zur Kriegsdienstverweigerung von Emad El Dafrawi und Mohamed Fathy

von No to Compulsory Military Service Movement

(25.07.2012) Am 20. Juli 2012 erklärte der 23-jährige Mohamed Fathy Abdo Soliman seine Kriegs­dienst­ver­weigerung und seine Weigerung, der Einberufung Folge zu leisten, da dies gegen seine Überzeugung und seinem Glauben an Frieden widerspricht. Er schickte Briefe an den Verteidigungsminister, den Präsidenten der Republik, an die Vorsitzenden des Parlaments und des Shura-Rats und bat darum, statt des Militärdienstes einen zivilen Dienst ableisten zu können.

Hinzuweisen ist auch auf Emad El Dafrawi, der bereits am 12. April 2012 seine Kriegs­dienst­ver­weigerung erklärt hatte, weil er jede Form von Gewalt und das Tragen von Waffen ablehnt. Er lebt nun praktisch illegalisiert: Er kann nicht arbeiten oder studieren; es ist ihm auch nicht möglich zu reisen, da der ägyptische Staat seine Kriegs­dienst­ver­weigerung nicht anerkennt.

Das Recht auf Kriegs­dienst­ver­weigerung ist ein grundlegendes Men­schen­recht wie das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf Leben. Es wird durch in­ter­na­ti­onale Vereinbarungen anerkannt, wie der Allgemeinen Erklärung der Men­schen­rechte und dem In­ter­na­ti­onalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte.

Deshalb ruft No to Compulsory Service Movement (Bewegung Nein zum Kriegsdienstzwang) die Verantwortlichen im Militär in Ägypten dazu auf, das in­ter­na­ti­onale Recht zu achten und sich an die Verpflichtungen zu halten, die Ägypten gegenüber der in­ter­na­ti­onalen Gemeinschaft abgegeben hat und damit das Recht auf Kriegs­dienst­ver­weigerung sowohl für Emad El Dafrawi als auch für Mohamed Fathy anzuerkennen und ihnen zu ermöglichen, statt eines Militärdienstes einen alternativen zivilen Dienst abzuleisten.

Wir arbeiten als Bewegung daran, Frieden zu verbreiten und wenden uns gegen alle Kriege und jede Wehrpflicht, wie auch gegen die Militarisierung des Staates. Wir betonen den Mut von Mohamed Fathy, Emad El Dafrawi und zuvor von Maikel Nabil und Hitham Alkashif, um alle anderen Rekruten zu ermutigen, die zutiefst von der Ausbildung zur Gewalt abgestoßen sind und nicht an der Kriegsmaschine beteiligt sein wollen: Nehmt einen klaren Standpunkt zur Kriegs­dienst­ver­weigerung ein und beteiligt Euch an unseren Bemühungen, das militärische Establishment dazu zu zwingen, das Recht der ägyptischen Bürger anzuerkennen, an Frieden zu glauben.

No for Compulsory Military Service Movement: Statement about the çonscientious Objection of Emad El Dafrawi and Mohamed Fathy. 25. Juli 2012. www.nomilservice.com. Übersetzung: rf. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe September 2012

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