Kriegsdienstverweigerung 

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Buchtitel von Hannah Brinkmann

Deutschland: Das Schicksal eines Kriegsdienstverweigerers

Grafische Erzählung über Hermann Brinkmann und seine Zeit

(01.12.2020) Ende der 1960er Jahre stieg die Zahl der Anträge zur Kriegsdienstverweigerung deutlich an. 1966 waren es noch 4.431, zehn Jahre später waren es bereits 40.618. Die Studentenbewegung und die Proteste gegen den Vietnamkrieg waren wesentliche Gründe für viele junge Männer, nun ihre Kriegsdienstverweigerung zu erklären. Sie hatten, wie Hermann Brinkmann, ein Prüfungsverfahren vor einem Ausschuss zu durchlaufen, das im Kreiswehrersatzamt stattfand. Vorsitzender war ein Jurist der Bundeswehrverwaltung. Das Prüfungsverfahren unterlag also dem Militär. Und das spiegelt sich auch bei den Anerkennungszahlen wider. 1973, das Jahr, in dem Hermann Brinkmann abgelehnt wurde, wurde nicht einmal die Hälfte der Antragsteller anerkannt. Wenn Kriegsdienstverweigerer auch im zweiten Verfahren abgelehnt wurden, mussten sie zum Militär gehen, ungeachtet dessen, dass ihnen noch ein drittes Verfahren vor einem Zivilgericht zur Verfügung stand.

Hallel Rabin

Israel: Kriegsdienstverweigerin Hallel Rabin aus Haft entlassen

(26.11.2020) Die 19-jährige Kriegsdienstverweigerin Hallel Rabin wurde am 24. November 2020 aus der Haft entlassen. Die israelische Agentur Ynet berichtete, dass Rabin am Tor des Armeegefängnisses stand und sagte, sie sei „die glücklichste Person der Welt“. „Mein Anwalt rief mich diesen Morgen an und sagte mir, dass ich frei sei.“

Vor ihrer letzten Haft hatte Hallel Rabin erklärt: "Ich bin bewegt und sehr erfreut über die enorme Welle internationaler Solidarität für mich. Wenn ich könnte, würde ich jedem und jeder Einzelnen Danke sagen."

Audio: EuGH stärkt Kriegsdienstverweigerer bei Asyl

(19.11.2020) Kriegsdienstverweigerer aus Syrien müssen in Deutschland leichter anerkannt werden, urteilt der Europäische Gerichtshof. Es sei zu vermuten, dass sie im Land politisch verfolgt werden und deswegen hier Asyl bekommen müssten.

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Asylanspruch bei Kriegsdienstverweigerern aus Syrien

Tagesschaubeitrag zum Urteil des EuGH

(19.11.2020) In vielen Ländern der Erde sei es ein Tabu, den Kriegsdienst zu verweigern, sagt Rudi Friedrich von der Hilfsorganisation Connection e.V., die schon seit über 25 Jahren Verweigerer berät. Nun hat der EuGH, das oberste Gericht der EU, entschieden, dass die Kriegsdienstverweigerer leichter anerkannt werden müssen. Es spräche eine starke Vermutung dafür, dass diejenigen, die in Syrien keinen Militärdienst ableisten wollen, politisch verfolgt werden und deswegen hier Asyl bekommen müssten.

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