Plakatmotiv der Veranstaltungsreihe

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Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod

von Starkenburger Echo

(06.10.2012) Die Bergsträßer Pax Christi-Gruppe und der Weltladen Heppenheim hatten im Rahmen der Interkulturellen Woche am Donnerstag, dem 27. September 2012 zu einem brisanten Themenabend ins Marienhaus in Heppenheim eingeladen: Waffenexporte aus Deutschland, die vielfachen Tod bringen.

Insbesondere die verheerenden Auswirkungen auf den afrikanischen Kontinent beleuchtete der Journalist Emanuel Matondo, der mit anderen Exil-Angolanern eine Men­schen­rechtsinitiative gegründet hat. Da der Referent aus eigener Erfahrung die Folgen von Krieg, Hunger und Armut in seinem Heimatland kennt, kämpft er heute entschlossen um ein menschenwürdiges friedliches Dasein. Erschütternd für die Zuhörer war die Tatsache, dass Südafrika nach Beendigung der Apartheid zum Dreh- und Angelpunkt der Waffengeschäfte geworden sei. „Möglich wurde dies durch die Korruption“, so der engagierte Referent. Diese sei allgegenwärtig und mache auch nicht vor großen Staatsmännern Halt. Die Waffenindustrie verfüge über so viel Geld und Einfluss, dass sie leicht Politiker für ihre Tod bringende Ware gewinnen können. Für die zivile Bevölkerung bedeutet dies oft die Verstärkung von bestehenden Konflikten, die dann gewaltsam ausgetragen werden. Unschuldige Menschen werden getötet, verwundet, vertrieben oder erleiden schwere Traumata. 

Trotz umfassender Kriegswaffenkontrollgesetze und eines Parlamentes, das hierüber doch wachen sollte, ist es in Deutschland möglich, zweihundertsiebzig Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien oder U-Boote nach Angola zu verkaufen. Dabei leidet das westafrikanische Land heute noch an den Folgen eines 30-jährigen Bürgerkriegs, der fast alle zivilen Strukturen zerstört hat. Mutter zu werden sei heute in Angola ein großes Risiko, informiert Matondo: es gibt kaum Krankenhäuser!

Der 45-jährige Journalist setzt dennoch auf die parlamentarische Demokratie in Europa, hofft auf ein Veto-Recht der Abgeordneten des Bundestages bei allen Waffenlieferungen wie etwa in Großbritannien. Außerdem müsse man Rüstungslobbyisten und Aktionären öffentlich nennen, deren Profitgier und weit verzweigte Aktivitäten nur Elend und Katastrophen heraufbeschwören. Diese Aufgabe möchten die Pax Christi-Gruppe Bergstraße und die Menschen vom Weltladen Heppenheim weiterhin übernehmen. In diesem Sinne verabschiedete Bartho Forchner-Thöne von der Pax Christi-Gruppe Bergstraße Emanuel Matondo und gab ihm noch ein kleines Geschenk mit auf seinen Weg.

Starkenburger Echo, 6. Oktober 2012

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