Ruslan Kotsaba

Ruslan Kotsaba

Ukraine: Der Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba

Solidarität zeigen zum Tag der Gefangenen für den Frieden

von DFG-VK NRW

(13.11.2015) Im Februar 2015 wurde der Journalist Ruslan Kotsaba im Gerichtssaal in seiner Heimatstadt Iwano-Frankiwsk im Westen der Ukraine verhaftet. Er hatte kurz zuvor in einer Videobotschaft an Präsident Petro Poroschenko erklärt, er werde sich der Einberufung verweigern und würde eher fünf Jahre Gefängnis auf sich nehmen als auf seine "im Osten lebenden Mitbürger" zu schießen. Er rief seine Landsleute auf, ebenfalls den Kriegsdienst zu verweigern. "Kotsaba", so berichtete die tageszeitung am 9. Februar, "hatte 2014 aktiv den Maidan unterstützt. Bei den Präsidentschaftswahlen habe er für Präsident Poroschenko gestimmt. Mehrfach hatte er aus den von den Aufständischen kontrollierten Gebieten berichtet." Ruslan Kotsaba drohen 12 bis 15 Jahre Haft, da er nach Artikel 111 des ukrainischen Strafgesetzbuches wegen Staatsverrat angeklagt werden soll.

Am 13. November fand erneut eine Anhörung zu Ruslan Kotsabas Fall vor Gericht statt. diese Anhörung blieb ohne Ergebnis, die Haft für den Kriegs­dienst­ver­weigerer geht weiter. 

Jetzt zum Tag der Gefangenen für den Frieden Solidarität zeigen

Von den WRI wurde Ruslan Kotsaba in die Liste der Gefangenen für den Frieden aufgenommen. Zum 1. Dezember, dem In­ter­na­ti­onalen Tag der Gefangenen für den Frieden, ruft die WRI und ihre Mitgliedsorganisationen, darunter die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), auf, den Gefangenen für den Frieden und hier speziell Ruslan Kotsaba Kartengrüße als Zeichen der Solidarität in die Haft zu schicken. Für die Gefangenen sind diese Grüße eine Ermutigung und ein Zeichen, dass sie nicht vergessen sind. In einem Interview aus seiner Gefängniszelle sagte Ruslan Kotsaba auf die Frage, was ihm in der Haft am meisten fehlt. „Sehr vermisse ich mein Handy und das Internet... Und mir fehlt die normale menschliche Kommunikation. Vor meiner Verhaftung hatte ich einen sehr engen und vollen Terminkalender und jetzt das Schweigen, das braucht niemand, wie in einem Sarg“. Selbst wenn die Gefangenen die Karten nicht erhalten, zeigen sie doch dem Gefängnispersonal und den Justizbehörden, dass die Gefangenen nicht vergessen sind. Oft wirkt sich das günstig auf die Haftbedingungen aus. Ruslan Kotsaba ist im Untersuchungsgefängnis in Iwano-Frankivsk inhaftiert.

Ivano-Frankivsk detention center

E. Konovalets 70

Ivano-Frankivsk 76018

Ukraine

Er hat mit seiner Erklärung der Einberufung zum Kriegsdienst nicht zu folgen und der Aufforderung den Kriegsdienst zu verweigern mutiges Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine und für den Frieden gesetzt. Er wartet auf unsere Solidarität.

DFG-VK Nordrhein-Westfalen: Ukraine: Der Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba. 13. November 2015. Quelle: www.nrw.dfg-vk.de/themen/Ukraine.html

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