World Without War

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In Südkorea mehr als 8.000 Unterschriften für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung übergeben

von Connection e.V. und War Resisters International

(01.12.2015) In einer gemeinsamen Aktion haben heute Connection e.V., die War Resisters‘ In­ter­na­ti­onal, Amnesty In­ter­na­ti­onal Korea und World Without War (Südkorea) über 8.000 Un­ter­schrif­ten aus 108 Ländern, auch von Parlamentariern aus Deutschland, der Europäischen Union und Südkorea, dem Verteidigungsministerium von Südkorea in Seoul übergeben. Die Organisationen fordern damit die Anerkennung der Kriegs­dienst­ver­weigerung sowie die unverzügliche und bedingungslose Freilassung der inhaftierten Verweigerer (...mehr). Die Un­ter­schrif­ten wurden am Tag der Gefangenen für den Frieden, dem 1. Dezember, durch eine in­ter­na­ti­onale Delegation mit VertreterInnen von War Resisters‘ In­ter­na­ti­onal und Connection e.V. übergeben.

Schon vorab hatte es der Verteidigungsminister Südkoreas, Han Min-goo, abgelehnt, sich mit Vertretern einer Delegation der vier Organisationen zu treffen. Die Un­ter­schrif­ten wurden daher an der Pforte abgegeben. Catherine Hee-Jin Kim von Amnesty In­ter­na­ti­onal Korea zeigte sich angesichts dieses Verhaltens der südkoreanischen Regierung bestürzt: „Es ist beschämend zu sehen, dass ein so wichtiges Anliegen, dessen Lösung mehrfach vom UN-Men­schen­rechtskomitee (z.B. CCPR/C/106/D/1786/2008 vom 1. Februar 2013) angemahnt worden ist, nicht Ernst genommen wird.“

Sangmin Lee von World Without War betonte auf der heute vor dem Verteidigungsministerium durchgeführten Pressekonferenz, dass derzeit etwa 700 Kriegs­dienst­ver­weigerer in Südkorea in Haft sind. „Hier werden alltäglich junge Männer, die nur ihrem Gewissen gefolgt sind und keine Waffe in die Hand nehmen wollen, ihrer Zukunft beraubt. Sie werden stattdessen zu 18 Monaten Haft verurteilt, sind damit vorbestraft und unterliegen somit auch im Anschluss an die Haft weiterer Diskriminierung. Ich selbst musste und muss das erleben. Es war eine schwere Zeit im Gefängnis. Ich hoffe, dass andere Kriegs­dienst­ver­weigerer frei von diesen Repressionen sind. Ihre Strafverfolgung muss unverzüglich beendet werden!“

Rudi Friedrich machte für das in­ter­na­ti­onale Kriegs­dienst­ver­weigerungsnetzwerk Connection e.V. deutlich, dass sich angesichts der schwierigen Situation für Kriegs­dienst­ver­weigerer in Südkorea immer mehr dazu entscheiden, ins Ausland zu flüchten und um Asyl nachzusuchen. „Auch eine sicherheitspolitisch angespannte Situation auf der koreanischen Halbinsel kann kein Grund sein, das Men­schen­recht auf Kriegs­dienst­ver­weigerung vorzuenthalten. Dass sich zunehmend junge Männer entscheiden, die Ableistung des Militärdienstes zu verweigern und deswegen sogar das Heimatland verlassen, zeigt, dass die Unterstützung für den Kurs der südkoreanischen Regierung schwindet.“

In Solidarität mit der Übergabe der Un­ter­schrif­ten in Seoul führt heute auch die Union der Kriegs­dienst­ver­weigerer in Finnland (AKL) eine Protestaktion vor der südkoreanischen Botschaft in Helsinki durch. (mehr...)

 

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Connection e.V. und War Resisters International: Pressemitteilung vom 1. Dezember 2015

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