US-Deserteur André Shepherd erhält Friedenspreis

Bislang keine Ent­schei­dung im Asylverfahren

von Connection e.V. und Military Counseling Network (MCN)

Am kommenden Samstag, dem 7. Februar 2009, wird dem US-Deserteur André Shepherd der Friedenspreis des Munich American Peace Committee verliehen, einer US-amerikanischen Friedensgruppe mit Sitz in München. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Aktivitäten gegen die NATO-Sicherheitskonferenz in München. "Wir wollen André Shepherd auszeichnen", so Richard Forward für die Preisverleiher, "weil er mutig und überzeugt die Kriege in Irak und Afghanistan verweigert, trotz der drohenden Strafverfolgung."

André Shepherd beantragte im November 2008 Asyl in Deutschland. Sein Einsatz als US-Soldat im Irak brachte ihn zum Entschluss, dass er sich nicht weiter an einem völkerrechtswidrigen Krieg und an völkerrechtswidrigen Handlungen beteiligen kann. Da er keine Möglichkeit sah, als Kriegs­dienst­ver­weigerer anerkannt zu werden, desertierte er und beantragte Asyl. Er verweist in seinem Antrag auf die Qualifizierungsrichtlinie der Europäischen Union. Mit ihr sollen die geschützt werden, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg oder völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen und mit Verfolgung rechnen müssen.

"Ich werde diesen Preis nicht nur für mich entgegennehmen", erklärte heute André Shepherd. "Er gebührt allen Menschen und Organisationen, die gegen die Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufstehen, die von den Mächtigen begangen werden. Die unermüdlichen Aktivitäten von Friedensaktivisten sorgen dafür, dass wir Licht am Ende des Tunnels sehen können."

Connection e.V. und das Military Counseling Network begrüßen die Auszeichnung von André Shepherd. "Er hat mit seiner Asylantragstellung einen schwierigen Weg gewählt", erklärte Tim Huber vom Military Counseling Network, das US-Verweigerer in Deutschland berät. "Er setzt ein Zeichen, dass jeder Soldat für seine eigenen Handlungen verantwortlich ist."

In dem beim Bundesamt für Migration anhängigen Asylverfahren ist bislang noch keine Ent­schei­dung ergangen. Heute wird André Shepherd in einer Anhörung vor dem Bundesamt seine Gründe darlegen. "Ich werde gegenüber dem Bundesamt deutlich machen, warum mir keine andere Wahl blieb, als hier in Deutschland um Schutz für mich zu bitten", erklärte er vor dem Termin und ergänzte: "Ich hoffe, dass die deutschen Behörden meine Ent­schei­dung akzeptieren und unterstützen." Mit einer Ent­schei­dung ist erst in einigen Monaten zu rechnen.

Rudi Friedrich vom Kriegs­dienst­ver­weigerungs-Netzwerk Connection e.V. machte heute deutlich, dass André Shepherd große Unterstützung aus Deutschland erfährt. "Wenn sich in einem völkerrechtswidrigen Krieg ein Soldat entsprechend dem in­ter­na­ti­onalen Recht verhalten will, kann es nur eine Konsequenz geben: Die Pflicht, sich zu verweigern. Genau dazu hat sich André Shepherd entschlossen. Hunderte haben mit ihrer Unterschrift bereits deutlich gemacht, dass André Shepherd Asyl in Deutschland erhalten soll."

 

gez.

Rudi Friedrich, Connection e.V. (069-8237 5534)

Tim Huber, Military Counseling Network (06223-47506)

 

Weitere Informationen sind erhältlich über www.Connection-eV.org oder www.mc-network.de.

Infos zu Aktionen gegen die NATO-Sicherheitskonferenz siehe www.sicherheitskonferenz.de

Connection e.V. und Military Counseling Network: Pressemitteilung vom 4. Februar 2009

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