Israel: Zwei Kriegsdienstverweigerer inhaftiert, zum 4. und 8. Mal

von Connection e.V.

(02.10.2014) Am 29. September wurden zwei Kriegs­dienst­ver­weigerer in Israel zu erneuten Haftstrafen verurteilt. Connection e.V. protestierte heute bei der israelischen Regierung und der israelischen Botschaft in Berlin gegen die Verletzung des Men­schen­rechts auf Kriegs­dienst­ver­weigerung und forderte die unverzügliche Freilassung von Uriel Ferera und Udi Segal.

Uriel Ferera zum 8. Mal verurteilt

Uriel Ferera wurde inzwischen zum 8. Mal zu einer Haftstrafe verurteilt. Mit dieser zehntägigen Haft summiert sich seine gesamte Haftstrafe auf fast 140 Tage. Der in Beer Sheva lebende orthodoxe Jude hatte in einer Stellungnahme im Juli betont: „Die Armee verletzt in den besetzten Gebieten die Men­schen­rechte, tötet und erniedrigt die palästinensische Bevölkerung. Für mich als gläubige Person steht das in Widerspruch dazu, das Gott uns nach seinem Bild erschaffen hat und dass wir kein Recht dazu haben, Menschen Schaden zuzufügen. Im Moment gibt es in Gaza einen Einsatz. Die Armee greift Ziele an, an denen es unschuldige Menschen gibt, Frauen und Kinder. Ich hoffe, dass dieser Einsatz beendet wird, dass die Besatzung beendet wird, dass wir alle gemeinsam in Frieden leben können. Ich bin stolz auf mich selbst, nicht an den Kriegsverbrechen teilzunehmen, sondern stattdessen ins Gefängnis zu gehen.“

Der 18-jährige hatte vor der ersten Inhaftierung einen Antrag an den Prüfungsausschuss für Kriegs­dienst­ver­weigerer gestellt, der jedoch abgelehnt wurde.

Udi Segal zum 4. Mal verurteilt

Udi Segal wurde zum 4. Mal verurteilt, zu einer Haftstrafe von 10 Tagen. Bei ihm summiert sich die Haft auf insgesamt 50 Tage. Im Juli 2014 hatte er erklärt: „Das Ziel meiner Kriegs­dienst­ver­weigerung ist das Ende der Besetzung. Aber in der gegenwärtigen Lage zählt vor allem, dass die israelischen BürgerInnen ihre Augen öffnen, dass sie über den Sinn der Besatzung nachdenken und darüber, was es bedeutet, in der Armee zu dienen - und dass darüber besonders Heranwachsende nachdenken, die sich dem wehrpflichtigen Alter nähern. Was die laufende Militäroperation in Gaza anbetrifft, so rufe ich die SoldatInnen und die ReservistInnen dazu auf, Befehle zu verweigern und nicht am Massaker teilzunehmen.“ (...mehr)

Der 18-jährige hatte im Sommer 2013 im Rahmen der Aktion „Ferien vom Krieg“ (...mehr) des Komitees für Grundrechte und Demokratie an einem Dialogseminar zwischen jungen Menschen aus Israel und Palästina (Westbank) in Deutschland teilgenommen. In verschiedenen Interviews machte er deutlich, dass der dabei entstandene unmittelbare Kontakt mit den vorgeblichen Feinden und die in den Seminaren gemachten Erfahrungen ihn darin bestärkt habe, den Kriegsdienst zu verweigern.

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