Rundbrief »KDV im Krieg«, April 2015

Inhaltsverzeichnis

(10.04.2015) Veranstaltungen

Vorwort

Aus unserer Arbeit (...mehr)

Südkorea

Unsere Gäste von World Without War von April bis Juni 2015

Interview mit Yeo-ok Yang und Myungin Moon (...mehr)

Jungmin Choi: Die Macht in­ter­na­ti­onaler Solidarität (...mehr - )

Izumi Sakurai: Südkoreanischer Verweigerer erhält Asyl in Frankreich (...mehr)

Ukraine

Connection e.V.: Massenhafte Kriegs­dienst­ver­weigerung, Flucht & Asyl (...mehr)

Der Fall Ruslan Kotsaba (...mehr)

USA / Europäische Union

Rudi Friedrich: Zur Ent­schei­dung des Europäischen Gerichtshofes im Asylverfahren des US-Deserteurs André Shepherd (...mehr - )

Türkei

Yıldız Tar: Ver­ur­tei­lung des Kriegs­dienst­ver­weigerers Tarhan (...mehr)

VR-DER: Kriegs­dienst­ver­weigerer ins Rekrutierungsbüro überstellt

Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Men­schen­rechte

Ägypten

Solidaritätserklärung mit Kriegs­dienst­ver­weigerer Mark Nabil Sanad (...mehr - )

Syrien / Deutschland

Syrischer Deserteur als Flüchtling anerkannt

Kurzmeldungen

Zu Finnland (...mehr), Israel (...mehr), Litauen, Nagorny-Karabach, Russland (...mehr), Slowakei

Materialien

zur Arbeit von Connection e.V., zu Südkorea und zum "Krieg gegen den Terror"

Aktive von World Without War, Südkorea,
zu Gast bei Connection e.V.
Vor wenigen Tagen trafen Myungjin Moon und Yeo-ok Yang aus Seoul in Offenbach ein. Sie werden unsere ersten Gäste der südkoreanischen Organisation World Without War sein. Myungjin Moon bleibt bis Ende April, Yeo-ok Yang bis Mitte Mai. Im Mai wird noch Seungho Park für sechs Wochen dazu kommen. Zu einigen Veranstaltungen erwarten wir zudem den in Frankreich als Flüchtling anerkannten Yeda Lee.
Ihr Besuch ist verknüpft mit der Idee, die Lage der Kriegs­dienst­ver­weigerer Südkoreas in Deutschland und anderen europäischen Ländern bekannter zu machen. Alle, die die Militarisierung in Korea in Frage stellen, zahlen einen hohen Preis. So werden Kriegs­dienst­ver­weigerer in aller Regel zu 18 Monaten Haft verurteilt und in der Gesellschaft diskriminiert. Üblicherweise sind pro Jahr etwa 700 Kriegs­dienst­ver­weigerer im Gefängnis. Südkorea, eine wirtschaftliche Macht in Ostasien und Verbündeter der USA, benutzt die bestehenden Spannungen mit Nordkorea, um die Militarisierung und ein striktes Militärsystem aufrecht zu erhalten.
Lange war die Situation der südkoreanischen Kriegs­dienst­ver­weigerer in Europa völlig unbekannt. Erst seit dem Entstehen einer politischen Kriegs­dienst­ver­weigerungsbewegung im Jahre 2000 und den ersten öffentlichen nicht-religiösen Verweigerern zeichneten sich Veränderungen ab. Die wichtige politische Seite beschreibt der Koreaexperte Wladimir Tichonow: „Praktisch alle Kriegs­dienst­ver­weigerer, die sich in dem Bündnis World Without War zusammengeschlossen haben, waren sehr aktiv in den Kampagnen gegen die Entsendung koreanischer Truppen in den Irak. Die Bewegung der AntimilitaristInnen scheint in der koreanischen Öffentlichkeit zu einer ‚Zone der Kooperation‘ unterschiedlicher sozialer Aktivismen zu werden - einer Zone, in der sich die verschiedenen, oft im Konflikt stehenden Strömungen der koreanischen sozialen Bewegung gegenseitig befruchten können.“
Unsere drei Gäste haben während ihres Aufenthaltes von Anfang April bis Mitte Juni ein volles Programm. Es beginnt mit der Teilnahme an einem Seminar der Deutschen Ostasienmission und des Koreaverbandes zur Zukunft einer demo­kratischen Zivilgesellschaft in Korea. Danach folgt ein längerer Besuch bei der Kriegs­dienst­ver­weigerungsorganisation in Finnland. Und die letzten beiden Wochen im April werden Myungjin Moon und Yeo-ok Yang Veranstaltungen in verschiedenen Städten in Deutschland durchführen (dazu liegt ein Flyer bei).
Im Mai folgen dann Besuche des Europäischen Büros für Kriegs­dienst­ver­weigerung, die Teilnahme an unseren Aktionstagen zum 15. Mai, dem In­ter­na­ti­onalen Tag der Kriegs­dienst­ver­weigerung, und ein längerer Aufenthalt in Berlin, bei dem dann Yeo-ok Yang gemeinsam mit Seungho Park Abgeordnete des Deutschen Bundestages treffen werden. In Berlin ist auch eine weitere Veranstaltung geplant.
In den restlichen Wochen schließen sich vermutlich noch Besuche in Großbritannien und der Türkei an. Seungho Park wird aber auch auf dem Kirchentag im Juni aktiv sein. Insgesamt also ein volles Programm. Wir hoffen sehr, damit die Verfolgung der Kriegs­dienst­ver­weigerer in Südkorea bekannter zu machen und Druck für die Beendigung aufzubauen.

Urteil des Europäischen Gerichtshofes
Am 26. Februar verkündete der Europäische Gerichtshof sein Urteil im Fall des US-Deserteurs André Shep­herd. Rudi Friedrich war bei der Urteilsverkündung dabei und gibt auf den Seiten 15 bis 17 eine Einschätzung, was das Urteil für André Shepherd, aber auch für andere Deserteure in Asylverfahren bedeutet.

Anfragen zur Ukraine
In den letzten Wochen erhielten wir immer wieder Anfragen von ukrainischen Verweigerern, die in Deutschland Asyl suchen. Wir begleiten sie in ihren Verfahren und haben dies auch als Anlass gesehen, ausführlich deren Situation in der Ukraine zu schildern. Zudem legen wir dar, wie ihre Chancen stehen, einen asylrechtlichen Schutz zu erhalten. Mehr dazu ab Seite 8.

Aktionstag zum In­ter­na­ti­onalen Tag der Kriegs­dienst­ver­weigerung
Der 15. Mai, der In­ter­na­ti­onale Tag der Kriegs­dienst­ver­weigerung, fällt dieses Jahr auf den Brückentag zwischen Himmelfahrt und dem darauf folgenden Wochenende. Wir nutzen dies für ein ungewöhnliches Experiment: Kunst begegnet Kriegs­dienst­ver­weigerung. Dazu laden wir herzlich ein. Mehr dazu auf beiliegender Karte.

Out of Society
Einen sehr schönen Filmabend mit Out of Society, einem Dokumentarfilm über Emil Richter, Wehrmachtsdeserteur, und André Shepherd, US-Deserteur, hatten wir in Offenbach Ende März. Weitere Termine finden sich auf Seite 2.

Franz Nadler und Rudi Friedrich

Connection e.V. und AG "KDV im Krieg" (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, April 2015.

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